Robert Zollitsch vor einer Wand (Foto: picture-alliance / dpa)

Freiburgs früherer Erzbischof wird 80 Vermittler zwischen den Konfessionen

Als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz hat Robert Zollitsch Großes geleistet - da sind sich die Gratulanten, zu denen der Bundespräsident zählt, einig. In die Zukunft blickt Zollitsch dennoch mit Sorge.

"Ich genieße es, nach arbeitsreichen Jahren etwas mehr Ruhe finden zu können", sagte Zollitsch zu seinem Geburtstag am Donnerstag. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und die Spitzenvertreter der beiden großen Kirchen würdigten den Einsatz des früheren Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz für die Ökumene sowie für den Zusammenhalt der Gesellschaft.

"Wir verdanken Ihnen wichtige geistige Impulse: für die wissenschaftliche Theologie ebenso wie für das Zusammenleben der Konfessionen und Religionen", so Steinmeier an Zollitsch gerichtet. Lob erntete Zollitsch auch von seinem Nachfolger Kardinal Reinhard Marx, dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz: "Die Kirche in Deutschland ist Dir zu großem Dank verpflichtet". Auch der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland und bayerische Landesbischof, Heinrich Bedford-Strohm, dankte Zollitsch unter anderem für dessen Einsatz für die Einheit der Kirche. Er habe das Amt des Vorsitzenden der katholischen Deutschen Bischofskonferenz "in schwierigen Zeiten übernommen und mit Klugheit durch die Herausforderungen gesteuert".

"Die schwierigste Phase meiner Amtszeit"

Der im heutigen Serbien geborene Katholik war von 2003 bis 2013 Erzbischof von Freiburg, der heute drittgrößten Diözese Deutschlands. Von 2008 bis 2014 stand er zudem bis zu seinem Ruhestand an der Spitze der Deutschen Bischofskonferenz. In seine Amtszeit fiel der Skandal um Kindesmissbrauch durch katholische Geistliche, den er rückblickend als die schwierigste Phase seiner Amtszeit bezeichnete. Zudem öffnete der als liberal geltende, ehemalige Erzbischof die katholische Kirche für die Ökumene und initierte den Besuch von Papst Benedikt XVI.: "Es war ein großes und gemeinsames Fest des Glaubens, das mich persönlich sehr berührt hat", sagte Zollitsch über den Papst-Besuch.

Seinen Geburtstag feiert Zollitsch zunächst privat und am 15. August mit einem großen Gottesdienst im Freiburger Münster. Körperlich und geistig agil verfolgt er das Geschehen: "Ich sehe mit Sorge, dass unsere Gesellschaft auseinanderdriftet", sagt er. Wachsender Egoismus und Populismus seien eine Gefahr. Dagegen müsse die Kirche angehen.

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