Freiburger Projekt "Building Bridges" Onkel-Streetworker auf dem Stühlinger Kirchplatz

Der Stühlinger Kirchplatz im Herzen Freiburgs ist ein beliebter Treffpunkt, aber gleichzeitig auch als Drogenumschlagsplatz verrufen. Jetzt will die Stadt die Situation entspannen.

Polizeieinsätze sind an der Tagesordnung: Um Drogenhandel und Kleinkriminalität zu bekämpfen, ist die Polizei seit einigen Monaten massiv präsent auf dem Stühlinger Kirchplatz. Sie sind besonders im Fokus: junge Männer aus Westafrika, die allermeisten aus Gambia. Keine einfache Klientel. Die Situation im Park war zuletzt oft angespannt.

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Nelson Momoh und Ababacar Kébé kommen täglich in den Kirchpark. Sie wollen vermitteln zwischen Polizei, Anwohnern und Afrikanern. "Building Bridges" – Brücken bauen heißt das Projekt. Als Dolmetscher und Sozialarbeiter kennen sie die meisten hier auf dem Platz gut. Und auch ihre Probleme. Die Gambier sind in einer Diktatur aufgewachsen, viele haben keine Schulbildung, das macht die Integration schwierig.

Mit Trommel-Workshops oder auch Fußballspielen versuchen die beiden, den jungen Männern Spaß und Selbstvertrauen zu geben, sie von der Langeweile zu befreien. Sie helfen ihnen bei der Jobsuche und Problemen mit der deutschen Bürokratie. Brücken bauen, auch zu den übrigen Parkbesuchern – auch das gehört zum Job der zwei Vermittler. Auf dem benachbarten Spielplatz kommt das gut an.

Die beiden Kümmerer bleiben täglich bis acht auf dem Platz. Dass Alkohol getrunken und mit Drogen gedealt wird, können auch die beiden "Onkel", wie sie hier genannt werden, nicht verhindern. Doch die Stimmung auf dem Platz hat sich entspannt. Die Arbeit der Streetworker wird auch von Stadt und Polizei geschätzt. Und so werden die beiden Brückenbauer erstmal weiter machen. Solange, bis sich wieder alle wohlfühlen auf dem Stühlinger Kirchplatz.

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