Schilder an einem Hauseingang mit der Aufschrift

Bundesverband will Transparenz Gütesiegel für Freiburger Bordell

Für alles gibt es in Deutschland Gütesiegel und Zertifikate. Neuerdings auch für Bordelle: Der Bundesverband Sexuelle Dienstleistungen vergibt sie - jüngst an ein Etablissement in Freiburg.

Fünf Kronen zieren die Plakette aus goldenem Messing an der kirschroten Fassade der Villa Deluxe in Freiburg. Das Schild zeigt: Dieses Haus wurde vom Bundesverband Sexuelle Dienstleistungen (BSD) geprüft und ausgezeichnet. Mit immerhin fünf von sechs möglichen Kronen. Bislang knapp 30 Bordelle tragen das Gütesiegel bundesweit.

BSD-Vorsitzende Stephanie Klee hat jahrelang als Prostituierte gearbeitet, sich für die Rechte von Sexarbeiterinnen eingesetzt. Jetzt bewertet sie Bordelle - wie Hotels. "Wir sind mit einem umfangreichen Fragenkatalog in die Bordelle vor Ort gegangen", erklärt sie. Die überprüften Standards orientieren sich teilweise am Prostituiertenschutzgesetz, das vor mehr als einem Jahr in Kraft getreten ist.

Dauer

Das Gütesiegel soll für Transparenz sorgen

Kernstück der 38 Paragrafen ist die Meldepflicht für Betreiber und Prostituierte beim Amt. Stigmatisierend sei dies für die Frauen, sagt der Bundesverband. Da sei das Gütesiegel die bessere Alternative: Das Gütesiegel schaffe klare Kriterien, für die Sexarbeiterinnen, für Kunden und auch für die Behörden, die die Gesetzesvorgaben nur in geringerem Umfang überprüfen können. Außerdem werden Kriterien wie Ausstattung und Hygiene bewertet.

Auch Simone Heneka von der Freiburger Prostituiertenberatungsstelle "Pink“ findet das Gütesiegel gut. Für die Sozialarbeiterin ist es ein Versuch, "mehr Licht ins Rotlicht zu bringen". Auch andere Berufsgruppen hätten ihre Siegel. Zwar sei der Bereich der Prostitution anders zu bewerten, aber die neue Transparenz könne helfen, eine gewisse Normalität herzustellen.

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