Sechster Prozesstag in Freiburg Gruppenvergewaltigung: Freundin der 18-Jährigen bestätigt Tatvorwürfe

Der sechste Prozesstag zur Gruppenvergewaltigung hat mit der Aussage einer Freundin der vergewaltigten 18-Jährigen begonnen. Beide waren gemeinsam in den Club gegangen.

Die jungen Frauen waren zunächst in der Freiburger Innenstadt unterwegs und sind dann zusammen am späteren Abend in eine Freiburger Diskothek gegangen. So schilderte die Zeugin am Freitag vor Gericht den Beginn der Tatnacht im vergangenen Oktober.

Männer von hinten in Westen mit Aufschrift "Justiz" (Foto: SWR, Dinah Steinbrink)
Mammutprozess mit elf Angeklagten und strengen Sicherheitsvorkehrungen Dinah Steinbrink

Weiter sagte die 20-Jährige aus, am Partyabend gemeinsam mit dem mutmaßlichen Opfer zwei Ecstasy-Pillen gekauft zu haben. Dadurch seien sie mit dem Verkäufer und dem Hauptverdächtigen ins Gespräch gekommen. Um dessen Tattoos zu sehen, habe ihre Freundin den Club verlassen.

Später habe die Zeugin begonnen, ihre Freundin zu suchen. Nachdem sie diese gefunden habe, hätte die ihr von der Vergewaltigung erzählt und sei zusammengebrochen. Zur Polizei zu gehen, lehnte das mutmaßliche Opfer zunächst ab.

Anzeige wegen Vergewaltigung

Laut Verhörprotokollen der Kripo Freiburg hat die 20-Jährige ihre Freundin am nächsten Morgen zur Polizei begleitet, wo Anzeige wegen Vergewaltigung erstattet wurde.

Die Zeugin konnte im Gerichtssaal weder den Ecstasy-Verkäufer noch den Hauptverdächtigen identifizieren, erkannte aber einen anderen Anklagten, der der Geschädigten nach der Tat geholfen haben soll. Die Schilderungen der Staatsanwaltschaft zu den Männern und den Taten seien korrekt, sagte die 20-Jährige am Freitag vor dem Landgericht Freiburg.

Angeklagte belasteten sich gegenseitig

Insgesamt sind in dem Prozess elf Männer angeklagt, die die 18-jährige Freiburger Studentin vergewaltigt haben sollen. Zwei von ihnen haben im Verfahren die Tat bestritten. Bei ersten Vernehmungen hatten sich die Männer allerdings gegenseitig belastet. Das sagte am Donnerstag der Chefermittler der Kriminalpolizei vor dem Landgericht aus.

Ausschluss der Öffentlichkeit

Die Freundin und Begleiterin der mutmaßlich vergewaltigten Frau sagte teilweise unter Ausschluss der Öffentlichkeit aus. Die Plädoyers in dem Prozess werden unter Ausschluss der Öffentlichkeit gehalten, entschied das Gericht am Freitag. Da Teile des Prozesses zum Schutz der 18-Jährigen nichtöffentlich sein werden, gelte dies auch für die Plädoyers, sagte der Vorsitzende Richter Stefan Bürgelin zur Begründung. Dies schreibe das Gesetz so vor.

Wann es die Plädoyers und Urteile geben wird, steht noch nicht fest. Das Gericht hat Verhandlungstage bis mindestens Ende Dezember geplant.

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