Fischtreppenstreit am Oberrhein Frankreich will wilde Rhein-Nebenarme für Lachse

Fischtreppen für den Lachs zur Überwindung der Schleusen am Oberrhein sollen gebaut werden. Frankreich sollte die Kosten einiger Treppen übernehmen, hat aber sein Angebot zurückgezogen.

Schon vor Jahren wurde auf der Rheinminister-Konferenz der Bau der Fischtreppen unter finanzieller Beteiligung Frankreichs beschlossen. Doch nun hat Frankreich ganz neue Pläne ins Spiel gebracht. Auf hundert Kilometer Länge sollen zwischen Straßburg und Breisach die Rhein-Nebenarme renaturiert werden. Schlingen sollen angelegt werden. Ein wilder Fluss soll entstehen. Diese Pläne lassen die Herzen von Naturschützern höherschlagen.

Das Problem dabei: Im Gegenzug will Frankreich auf den Bau von drei weiteren Fischtreppen am Oberrhein verzichten. Aus Kostengründen. Fischexperten fürchten aber, dass der Lachs nicht die Nebenarme benutzen wird, sondern weiterhin den Hauptstrom. Die Wasserkräfte wäre also weiterhin eine unüberwindbare Hürde.

Dauer

In der Schweiz sei man deshalb sehr verärgert, wie es hinter vorgehaltener Hand heißt. Die neuen französischen Pläne spalten aber auch die Naturschützer im Dreiländereck. Alsace Nature will lieber Geld für eine großflächige Renaturierung ausgeben, als für extrem teure Fischtreppen. Und die Deutschen? Sitzen dazwischen.

Bis nächsten Jahres muss eine Lösung gefunden werden. Denn im Februar findet die nächste Rheinminister-Konferenz statt.

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