Waffenhersteller Heckler & Koch aus Oberndorf (Foto: dpa Bildfunk, Wolf von Dewitz/dpa)

Sparmaßnahmen beim Waffenhersteller Heckler & Koch-Mitarbeiter sollen unbezahlt mehr arbeiten

Der finanziell unter Druck stehende Waffenhersteller Heckler & Koch fordert von seinen Mitarbeitern unbezahlte Extraarbeit. Das Oberndorfer Unternehmen kämpft unter anderem mit den Folgen eines Gerichtsurteils.

Ein Firmensprecher von Heckler & Koch bestätigte am Montag entsprechende Verhandlungen mit der Arbeitnehmerseite, ohne Zahlen zu nennen. Zuvor hatte die "Welt" berichtet, wöchentlich sollten 2,5 bis 3 Stunden zusätzlich gearbeitet werden. Der Firmensprecher sagte: "Derzeit arbeiten wir an einem umfangreichen Innovations- und Wachstumspakt unter Einbindung aller Stakeholder von Heckler & Koch." Einen Zwischenstand zu den Verhandlungen wollte er nicht nennen.

Hoffnung auf neue Einnahmequellen

In Oberndorf arbeiten rund 800 Menschen für das Traditionsunternehmen. Die Situation bei Heckler & Koch ist seit langem angespannt. Zwar ist das Auftragsvolumen hoch und die Firma kann sich Hoffnungen machen auf lukrative Großaufträge - etwa für das neue Standardgewehr der Bundeswehr, dessen Vergabeverfahren noch läuft. Andererseits schrieb das Unternehmen zuletzt rote Zahlen und der Schuldenberg ist hoch.

Hartes Gerichtsurteil macht Sorgen

Außerdem muss die Firma wegen Waffenexporten nach Mexiko einem Gerichtsurteil zufolge tief in die Tasche greifen - Verkaufserlöse von 3,7 Millionen Euro sollen eingezogen werden. Allerdings legte Heckler & Koch Revision ein gegen die Entscheidung des Stuttgarter Landgerichts.

Neuer Chef arbeitet an der Wende

Seit knapp einem Jahr gibt es mit Jens Bodo Koch einen neuen Chef bei Heckler & Koch. Er versucht, die Firma wieder auf Kurs zu bringen. Hierbei setzt er nun auch auf die Belegschaft. Das Unternehmen ist tarifgebunden, bisher gibt es dort eine 35-Stunden-Woche.

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