In der Sylvesternacht wurden Feuerwehreinheiten gezielt in einen Hinterhalt gelockt. (Foto: SWR, France3 Alsace)

Polizeischutz oder Kündigung Straßburger Feuerwehr gezielt in Hinterhalt gelockt

Die Feuerwehr war an Silvester in Straßburg non stop im Einsatz. Mehr als 300 Autos haben gebrannt. Ein gefährlicher Job, bei dem die Feuerwehrleute gezielt in einen Hinterhalt gelockt wurden.

Eigentlich hatte man gedacht, dass es ein Ende hat, mit dem Abfackeln von Autos. Seit Jahrzehnten in Frankreich ein äußerst fragwürdiges Ritual unzufriedener Jugendlicher zu Silvester. Doch diesmal waren es wieder mehr als 300 Autos, die im Großraum Straßburg gebrannt haben.

Ein schwieriger Job für die Feuerwehrleute, die auch noch angegriffen wurden, wie jetzt ein Feuerwehrmann erzählt hat. Ohne seinen Helm hätte er nicht überlebt. Der erfahrene Feuerwehrmann berichtet davon, dass viele Autos mit Steinen, Eisenstangen und anderen Wurfgeschossen attackiert wurden. Von einem wütenden Mob, der versuchte die Besatzung mit Leitern aus dem Auto zu zerren, offenbar bereit zum Äußersten.

Dauer

"In 20 Jahren als Feuerwehrmann habe ich noch nie eine so gewalttätige und traumatisierende Erfahrung gemacht, wie an diesem Silvesterabend. Wir müssen doch bei Bränden immer wieder in diese Viertel gehen, das ist sicher. Unsere Einsätze sind absolut unerlässlich. Aber ich frage mich, wie können wir das unter den aktuellen Umständen überhaupt noch?" Der zitierte Feuerwehrmann möchte anonym bleiben.

Mehr Schutz durch die Polizei, das verlangt die Straßburger Feuerwehr vom französischen Innenminister. Denn seit Monaten ist sie Zielscheibe immer gewalttätigerer Attacken. Psychisch schwer belastet, drohen viele Straßburger Feuerwehrleute inzwischen mit Kündigung, sollte die geforderte Polizei-Unterstützung ausbleiben.

STAND