Reaktorüberwachungs-Kommission AKW Fessenheim CLIS tagt in Colmar (Foto: SWR, Brigitte Koerner)

Eklat bei Überwachungskommission in Colmar Geht Fessenheim doch später als zugesagt vom Netz?

Die Stilllegung des Atomkraftwerks Fessenheim könnte sich noch einmal nach hinten verschieben. Denn der französische Kraftwerksbetreiber EdF hat die Abschaltung des ältesten AKWs in Frankreich formal noch nicht beantragt.

Am Dienstagnachmittag hat die Überwachungskommission Fessenheim in Colmar über die Zukunft des AKW in Fessenheim diskutiert, unter anderem auch über Einzelheiten der geplanten Stilllegung. Dabei stellte sich heraus, dass die Abschaltung formal noch nicht in trockenen Tüchern ist, denn der nötige Antrag zur Schließung des ältesten Atomkraftwerkes in Frankreich steht noch aus.

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18:00 Uhr
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SWR Fernsehen BW

Marc Simon-Jean, Direktor des AKWs Fessenheim sagte, der Betreiberkonzern, die Electricité de France, sei ausschließlich der Gewinnmaximierung verpflichtet, und solange würde er auch Strom in Fessenheim produzieren - ungeachtet dessen, was die Regierung sage. Im Februar diesen Jahres hatte der französische Umweltminister, François de Rugy, zugesagt, Block 1 im März 2020, Block 2 im August 2020, vom Netz zu nehmen.

Mögliche Verschiebung der Abschaltung

Auf der deutschen Seite sorgte die mögliche Verschiebung der Stilllegung für einen handfesten Eklat. Die Freiburger Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer nannte das Nichteinhalten von Regierungsversprechen "dreist".

Reaktionen auf die Sitzung in Fessenheim

"Die EDF wird so lange als möglich versuchen, Gewinne zu maximieren und das Atomkraftwerk lange laufen zu lassen", sagt Axel Mayer. Der Geschäftsführer des Regionalverbands Südlicher Oberrhein des BUND befürchtet, dass damit auf Zeit gespielt wird.

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"Wir müssen die französische Regierung jetzt zwingen, Klartext zu reden, insbesondere in ihrer Rolle als Mehrheitseignerin von EdF."

Bärbel Schäfer

Die Freiburger Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer fordert die Regierung in Paris auf, die EdF zur Einhaltung der Zusage zu bewegen. Offenbar sind die Verhandlungen zwischen der EdF und der französischen Regierung um Entschädigung von rund 490 Millionen Euro ins Stocken geraten.

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