Nach dem Laurentiusfest Männer erschlagen Auerhahn und werden dann selbst angegriffen

Zwei Männer haben am Samstagnachmittag am Feldberg einen Auerhahn erschlagen. Anschließend wurden sie selbst angegriffen. Einer der Männer soll Jäger sein und einen Jagdschein besitzen.

Die Polizei sucht nach Zeugen. Es gebe Hinweise, dass die Tat von Passanten beobachtet und gefilmt oder fotografiert worden sei, sagte ein Polizeisprecher. Die Beamten ermitteln gegen einen 20 und einen 22 Jahre alten Mann wegen des Verdachts der Tierquälerei und wegen möglicher Verstöße gegen Artenschutzgesetze. Das Töten eines Tieres ohne vernünftigen Grund ist laut Tierschutzgesetz verboten. Es drohen bis zu drei Jahre Haft oder Geldstrafen.

Reaktion des Landesforstpräsidenten

Der Landesforstpräsident Max Reger hat aufs Schärfste verurteilt, dass der Auerhahn getötet wurde. "Das Auerwild ist eine Leitart für den Südschwarzwald, der Charaktervogel des Südschwarzwaldes", so Reger im Gespräch mit dem SWR. Er spricht davon, dass es nur noch 135 Tiere im Schwarzwald gebe und es eine Population sei, die ums Überleben kämpfe.

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Hintergrund des Falls

Zwei Männer, laut Polizei ein 20 und ein 22 Jähriger, haben am späten Samstagnachmittag am Feldberg einen Auerhahn mit einer Flasche erschlagen. Zeugen riefen die Polizei und hielten die Täter fest. Laut Polizei gaben sie an, das Tier hätte sie zuvor bedroht und sie hätten sich zur Wehr setzen müssen. Eine größere Personengruppe hatte den Vorfall beobachtet und daraufhin die beiden Männer angegriffen. Die Männer seien geschlagen, getreten, gewürgt und mit Bier übergossen worden.

Einer der Männer sei Jäger

Den Beamten zufolge ist einer der Männer, die den Auerhahn getötet haben, Jäger. Er soll einen Jagdschein besitzen. Laut Polizei hat sich der Vorfall in einem Schutzgebiet abseits von Wanderwegen ereignet. Möglicherweise, so die Beamten, habe auch Alkohol eine Rolle gespielt, weil an dem Tag das Laurentiusfest stattgefunden habe. Das Fest zu Ehren des römischen Märtyrers Laurentius zieht jedes Jahr mehr als 10.000 Menschen auf den Feldberg bei Freiburg.

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Sinnhaftigkeit hinterfragt

Der Jagdaufseher des Reviers Todtnau-Nord, Christian Sütfeld, kritisiert die Auswüchse, die das Laurentiusfest seiner Ansicht nach angenommen haben. "Es wäre nicht schlecht, sich Gedanken darüber zu machen, ob das, so wie es sich ausgedehnt hat, im Sinne des Festes ist." Er schlägt vor, auf dem Feldberg hinter dem Parkhaus ein großes Festzelt aufzustellen.

Kritik auch von einem Ranger auf dem Feldberg

Im Vorfeld des Festes hat sich Achim Laber, ein Ranger auf dem Feldberg, im Gespräch mit dem SWR geäußert. Vor dem Fall mit dem Auerhahn hat er die Ausmaße kritisiert, die das Fest angenommen hat.

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Der Fall hat international Aufsehen erregt; unter anderem die New York Times hat über den toten Auerhahn Heini berichtet.

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