Eine Win-win-Situation Enzian-Stechen im Naturschutzgebiet Feldberg

Ansgar Barth aus Bräunlingen ist Schnapsbrenner und glücklich. Er darf auf dem Feldberg die Knollen des Gelben Enzian ausgraben – mitten im Naturschutzgebiet. Das hat seinen Grund.

Mit Ampferstecher und Mistgabeln ausgestattet geht Ansgar Barth mit seiner Familie auf die Weiden ganz oben auf der Kuppe des Feldbergs. Jetzt im Herbst ist die Zeit gekommen, die Knollen des Gelben Enzian aus der Erde zu holen.

Dauer

Barth hat es auf die dicken Knollen abgesehen, doch viel Zeit bleibt ihm nicht, die Ernte einzufahren. Und die großen Knollen aus der Erde zu holen, das ist eine echte Kraftanstrengung. Deshalb ist Barth auch auf die Hilfe der Familie angewiesen und auf Freiwillige.

Kühe mögen keine Bitterstoffe

Dass Barth und seine Truppe im Naturschutzgebiet überhaupt stechen darf – und dann auch noch den streng geschützten Gelben Enzian – das liegt an den Kühen. Die Wiesen des Feldberges werden nämlich bewirtschaftet. Doch was dem Enzian-Schnaps seinen besonderen Geschmack gibt – das Bittere – das mögen die Wiederkäuer gar nicht.

Zwei bis drei Tonnen für den Schnaps

Weil das Weidevieh ihn also links liegen lässt, breitet sich der Enzian immer mehr aus. Dieses Ungleichgewicht kommt Ansgar Barth zugute, denn zwei bis drei Tonnen braucht er für seinen Schnaps. Da werden er und seine Helfer also noch einige Tage auf dem Feldberg schuften und in der Erde nach den Knollen wühlen müssen – und dürfen.

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