Einbettzimmer werden Standard Pflegeheim in Kandern bangt um Existenz

Nur noch Einbettzimmer in Pflegeheimen - dieser neue Standard soll Heimbewohnern mehr Würde geben. Doch kleine Pflegeheime haben damit ein Problem - die Mitarbeiter eines Pflegeheims in Kanden sind Donnerstagnachmittag auf die Straße gegangen.

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Vor dem Landratsamt Lörrach: Pfiffe und Buhrufe gegen vermeintliche Bürokratenwillkür. Die Beschäftigen des Kanderner Pflegeheims fürchten um ihre Arbeitsplätze. An die 200 Demonstranten sind gekommen. Darunter auch Harald Preinl, der Heimleiter des Kanderner Pflegeheims. Seine private Pflegeeinrichtung hat bisher 26 Einzel- und 26 Doppelzimmer. In einem davon lebt seit fünf Jahren Maria Dietzig. Die 95-Jährige hat schon mehrere Mitbewohnerinnen gehabt und findet es "nicht so langweilig", als wenn sie alleine ist.

Finanzieller Schlag für das Pflegeheim

Doch zum Monatsende muss Harald Preinl laut Verordnung aus dem Doppelzimmer ein Einzelzimmer machen. So wie das von Edith Leonhardt, die allein im Nachbarzimmer lebt. Die meisten Bewohner, das räumt der Heimleiter ein, wollen Einzelzimmer. Aber alle Doppelzimmer auf einen Schlag wegfallen zu lassen, das sei finanziell nicht machbar. Harald Preinl wünscht sich weiteren Aufschub. "Dann wäre die Finanzierung in trockenen Zimmern, sonst landen wir wirklich in wirtschaftliche Schwierigkeiten", sagt er.

Landrätin verteidigt neue Regelung

In Lörrach stellt sich die Landrätin den Demonstranten. Das Ende der Zweibettzimmer, erklärt sie, erfülle ja gerade die Wünsche der Menschen auf ein Leben in Würde bis zum Ende. Zehn Jahre hätten die Pflegeheime Zeit gehabt, sich darauf einzustellen. Auch das in Kandern. Heimleitung und Landratsamt wollen sich jetzt schnell zusammensetzen und noch einmal genau prüfen, wie mit der neuen Verordnung eine Lösung in Kandern aussehen kann.

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