Ein Gentleman im Trenchcoat Ottmar Hitzfeld feiert seinen 70. Geburtstag

Ottmar Hitzfeld, der Ex-Trainer von Borussia Dortmund und Bayern München und ehemaliger schweizerischer Nationaltrainer, feiert in seiner Heimatstadt Lörrach seinen 70. Geburtstag.

Seine Erfolgsliste ist lang: Deutschlands Trainer des Jahres, Welttrainer des Jahres, siebenfacher Deutscher Meister, Sieger in der Champions League und im Weltpokal: Ottmar Hitzfeld zählt zu den erfolgreichsten Fußballtrainern. Am 12. Januar 1949 wurde er in Lörrach geboren.

Karrierestart als Profi in Basel

In der Schweizer Nachbarstadt Basel begann seine Karriere als Profi: 1971 meldete sich der junge Ottmar Hitzfeld bei Helmut Benthaus, der damals den FC Basel trainierte und überzeugte ihn: "Er wollte einfach Tore schießen und da hat er alles ausgenutzt, was es gab – inklusive Ellenbogen und spitze Knie, die er ja hatte."

Erste Bundesliga-Erfahrung als Spieler beim VfB Stuttgart

Mitte der 70er Jahre sammelte Hitzfeld als Spieler beim VfB-Stuttgart Bundesliga-Erfahrung, bevor er in den 80-er Jahren Schweizer Clubs trainierte, unter anderem Grashoppers Zürich. Von dort kehrte Ottmar Hitzfeld Anfang der 90-er Jahre als Trainer in die Bundesliga zurück. Die Trennung von seiner Heimat an der deutsch-schweizer Grenze machte Hitzfeld, dem Gentleman im Trenchcoat, in Dortmund ganz schön zu schaffen.

Ottmar Hitzfeld im SWR-Interview (Foto: SWR)
Ottmar Hitzfeld im SWR-Interview

Job als Bundesliga-Trainer hat Hitzfeld ausgebrannt

Mit Borussia Dortmund gewann Ottmar Hitzfeld als Trainer einmal die Champions League und mehrfach die deutsche Meisterschaft – ebenso mit den Bayern, die ihn gleich zwei Mal anheuerten. 2004, nach den ersten sechs Jahren bei Bayern München, fühlte sich Hitzfeld regelrecht ausgebrannt. Den Job als Bundestrainer als Nachfolger von Rudi Völler hat er deshalb abgelehnt.

Werte-Bewusstsein auch von Spielern gefordert

Hitzfeld, bekennender Katholik, lebte Werte wie Loyalität, Respekt und Integrität vor und forderte sie auch von seinen Spielern ein. Die Frage, welche Spieler er aufstellt oder zum Tunier mitnimmt, hat ihm manche schlaflose Nacht bereitet.

Rückkehr nach Lörrach als Nationaltrainer der Schweiz

2008, nach seinem zweiten Abschied als Bayern-Trainer, kehrte Ottmar Hitzfeld nach Lörrach zurück und wurde Schweizer Nationaltrainer. Zwei Mal fuhr er mit der Schweiz zur WM: "Wenn die ganze Nation hofft, das ist ein ganz anderes Gefühl."

Abschied als Profitrainer mit feuchten Augen

Dramatisch war sein Abschied vom Profifußball als Schweizer Nationaltrainer im WM-Achtelfinale im brasilianischen Sao Paulo am 1. Juli 2014. Mit 0:1 verlor die Schweiz gegen Argentinien. Mit feuchten Augen ging damals ein Großer des Weltfußballs vom Platz, tröste seine Spieler, wo er doch selbst Trost gebraucht hätte. Denn in der Nacht zuvor war sein Bruder gestorben. Im engsten Familienkreis feiert Ottmar Hitzfeld seinen Geburtstag heute in Lörrach, wo er nach wie vor hoch angesehen ist.

Sein Enkel ist Hitzfeld wichtiger als viele Millionen Euro

2015 soll ein chinesischer Club Ottmar Hitzfeld 25 Millionen Euro für eineinhalb Jahre als Trainer geboten haben. Er widmete sich aber lieber seinem Enkel und sagte ab. Einer Absage vom Schulamt im Freiburg verdankt Hitzfeld, der als junger Mann in den Schuldienst wollte, übrigens seine Trainerkarriere. Sonst wäre er Lehrer geworden – natürlich in Lörrach.

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