Zwei Hände greifen nach einem Kind (Foto: SWR)

Ehemaliger Pfadfinder-Betreuer Anklage wegen Missbrauchs in 696 Fällen in Staufen

Die Staatsanwaltschaft hat Anklage am Landgericht Freiburg gegen einen 41-Jährigen erhoben. Ihm werden insgesamt 696 sexuelle Übergriffe auf vier Jungen zur Last gelegt. Die Jungen sollen zum Zeitpunkt der Übergriffe zwischen sieben und 14 Jahre alt gewesen sein.

Der Beschuldigte soll sich zwischen 2010 und 2018 an vier Jungen vergangen haben. Zu Beginn des Tatzeitraums soll er einen achtjährigen Jungen in fünf Fällen sexuell missbraucht und in neun Fällen schwer sexuell missbraucht haben. Er habe den Jungen im Rahmen seiner Arbeit bei der Pfadfindergruppe "Lazarus von Schwendi" in Staufen kennengelernt. Ebenfalls bei den Pfadfindern lernte der Angeklagte einen weiteren Jungen kennen, der zu Beginn der vorgeworfenen Taten sieben Jahre alt war. In diesem Zusammenhang werden dem Mann insgesamt 131 Fälle des schweren sexuellen Missbrauchs zur Last gelegt.

Körperverletzung und Vergewaltigung

Im Zeitraum bis Februar 2017 werden dem Angeschuldigten weitere 480 Fälle des sexuellen Missbrauchs sowie 69 Fälle des schweren sexuellen Missbrauchs jeweils in Tateinheit mit Körperverletzung vorgeworfen, in einem Fall in Tateinheit mit Vergewaltigung. Bei dem Mann handele es sich um einen früheren Mitarbeiter der evangelischen Kirchengemeinde Staufen, bestätigte die Evangelische Landeskirche in Baden. Bevor der Prozess gegen den Angeschuldigten beginnen kann, muss das Landgericht Freiburg entscheiden, ob es die Anklage zulässt. Anschließend wird ein Termin für die Eröffnung der Hauptverhandlung bestimmt. Damit sei kaum vor dem Herbst zu rechnen, hieß es in Justizkreisen.

Rückblick: Missbrauchsfälle erschüttern Staufen

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