Deutsch-französische Wasserschutzpolizei Im selben Boot, aber zwischen zwei Stühlen

Die deutsch-französische Wasserschutzpolizei mit Sitz in Kehl ist einzigartig in Europa. Beamte aus beiden Ländern patrouillieren gemeinsam, wandeln aber rechtlich zwischen zwei Welten.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Zwischen Breisach und Iffezheim machen französische Gendarmen mit deutschen Polizisten gemeinsam Dienst. Jeden Tag. Das heißt, sie fahren in gemischten Teams Streife auf dem Rhein. "Wir haben schifffahrtspolizeiliche Vorschriften, die auf dem ganzen Rhein international gelten. Wir haben aber auch nationale Vorschriften, die jeweils in Deutschland und Frankreich gelten. Und wenn Deutsche und Franzosen zusammen unterwegs sind, ist alles abgedeckt", sagt Ulrich Adriano-Ostoyke von der Wasserschutzpolizei Kehl (Ortenaukreis).

Zusammenarbeit stößt an rechtliche Grenzen

Die länderübergreifende Zusammenarbeit der Polizei findet allerdings auch schnell ihre Grenze in den unterschiedlichen Rechtssystemen. So können etwa deutsche Polizisten in Frankreich keine Beweismittel aufnehmen - und umgekehrt. "Das heißt, was wir vor Ort als Polizei operativ gestalten, das müsste dann in der Justizverwaltung genauso passieren, sprich die Staatsanwälte müssten genauso kurze Wege finden, wie wir jetzt kurze Wege in gemeinsamen Büros haben."

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