Bundestag adé Grünen-Politikerin Kerstin Andreae wird Geschäftsführerin des BDEW

Die Freiburger Bundestagsabgeordnete der Grünen, Kerstin Andreae, verlässt den Bundestag. Andreae wechselt von der Politik in die Wirtschaft, als Geschäftsführerin des Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft.

Der Wechsel der Grünen-Politikerin Kerstin Andreae an die Spitze des einflussreichen Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) ist perfekt. Der Vorstand des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft berief Andreae am Dienstag zur neuen Vorsitzenden der Hauptgeschäftsführung. Zuvor hatte das Präsidium sie vorgeschlagen. Andreae wird zum 1. November Nachfolgerin von Stefan Kapferer, der als neuer Chef zum Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz geht. Zuvor hatte Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) für den BDEW-Posten abgesagt. Vom Bundestag in die Wirtschaft, das ist ein Wechsel, der erst einmal ungewöhnlich erscheint, aber in diesem Fall durchaus Sinn ergibt. Die Analyse von Alex Krämer hören Sie im Audio.

Dauer

Eine Grüne an der Spitze

Damit steht eine Grüne an der Spitze eines einflussreichen Energieverbandes. Kerstin Andreae hat eine lange politische Karriere hinter sich. 1990 war sie in die Partei der Grünen eingetreten. Von 1992 bis 2002 war sie Stadträtin in Freiburg. Seither ist sie Mitglied des Deutschen Bundestages. Dort hat die dem Realo-Flügel zugeordnete Politikerin mehrere Ämter innerhalb ihrer Partei bekleidet. Sie war Sprecherin für Kommunalpolitik, Obfrau der Fraktion im Finanzausschuss und Sprecherin für Wirtschaftspolitik. 2012 wurde sie stellvertretende Fraktionsvorsitzende, bei der Wahl zum Fraktionsvorsitz 2013 unterlag sie jedoch Katrin Göring-Eckardt. Wer Andreae als Bundestagsabgeordnete folgen soll, ist noch unklar.

Rückblick: Erste Reaktion aus der Politik

Inzwischen kommen erste Reaktionen zum geplanten Wechsel der Politikerin. Bernd Riexinger, einer der beiden Parteivorsitzenden der Linken, bezeichnet Andreae als "Seitenwechslerin".

Die Grüne Kerstin #Andreae macht die Seitenwechslerin und heuert bei der #Energiewirtschaft an. Wer meint mit der #Wirtschaftslobby für #Umwelt- und #Klimaschutz zu sorgen, glaubt auch, dass Biertrinken den Regenwald rettet.

Der BDEW

Der BDEW vertritt mehr als 1.800 Unternehmen der deutschen Strom-, Gas- und Wasserwirtschaft - auch aus der Kohlebranche, zu der die Grünen nicht das beste Verhältnis pflegen. Kapferer war auch Mitglied in der Kohlekommission der Bundesregierung, die einen schrittweisen Ausstieg aus der klimaschädlichen Kohleverstromung bis 2038 vorgeschlagen hatte. Mitglied im BDEW-Präsidium ist unter anderem der Chef des Energiekonzerns RWE, Rolf Martin Schmitz.

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