Bundespolizei informiert in Freiburg Vom tödlichen Leichtsinn an Bahngleisen

2018 gab es in Deutschland 560 Unfälle an Bahnsteigen und Gleisen der Bahn. 135 Menschen starben. In diesem Februar wurde ein 16-Jähriger im Freiburger Hauptbahnhof von einem Güterzug erfasst.

Freiburg Hauptbahnhof, Gleis 1. "Vorsicht bei der Einfahrt", tönt es aus dem Lautsprecher. Nicht ohne Grund: Mit Tempo 110 fährt der ICE in den Bahnhof ein, bevor er zu bremsen beginnt. Ein fahrender Zug hat eine enorme Sogwirkung. Wie real die Gefahr auf dem Bahnsteig ist, hat Bundespolizist Fabian Morath schon erlebt: "Eine Dame hatte einen Kinderwagen abgestellt, viel zu nah an der Bahnsteigkante. Da ist ein Güterzug durchgerauscht – der Kinderwagen wurde mitgerissen und, Gott sei Dank, waren nur Einkäufe und Kleidung drin", erinnert sich Morath. Der Kinderwagen wurde in seine Einzelteile zerlegt.

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Leichtsinn kostete einen 16-Jährigen das Leben

Mit Kerzen, Blumen und Andenken gedachten Freunde im Februar eines 16-Jährigen, der auf den Bahngleisen im Freiburger Hauptbahnhof gestorben ist. Er war mit Freunden nachts über die Gleise gelaufen – als Abkürzung auf dem Weg in die Innenstadt. Ein Güterzug erfasste den Jungen. Bundespolizist Friedrich Blaschke war dabei: "Die beteiligten Jugendlichen waren alle geschockt. Wir hatten hier dann relativ große Ansammlungen von trauernden Jugendlichen. Da mussten wir alles absperren, sonst wäre vermutlich wieder ein Unglück passiert."

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Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Bundespolizei warnt Bahnfahrer am Gleis

Im Freiburger Hauptbahnhof sprechen die Bundespolizisten deshalb präventiv immer wieder Menschen an, die zu nah an der Bahnsteigkante stehen. Oder den Sicherheitsstreifen für einen Moment unachtsam überqueren. Denn es kann schnell gehen. Mit Kopfhörern in den Ohren hört man die heranrauschende Gefahr nicht. Häufig geht es gut. Zwei bis drei Mal pro Woche nicht. So oft sterben Menschen an deutschen Bahngleisen – nur aus Leichtsinn.

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