Bürgerentscheid in Freiburg Umstrittener Stadtteil Dietenbach

Viele Regionen sind mittlerweile zersiedelt, der Flächenfraß wird zunehmend zum Problem. Wie schwierig die Gemengelage ist, zeigt der geplante neue Freiburger Stadtteil Dietenbach.

Das Bündnis für Wohnungsbau hat Land und Bund aufgefordert, rechtliche Hürden abzubauen. Nur dann könnten neue Flächen für den Wohnungsbau ausgewiesen werden. Es müsste bald gebaut werden, denn der derzeitige Bedarf an neuen Wohnungen sei nur zu 60 Prozent gedeckt. Doch der Wohnungsnot stehen andere Ideale und Ziele entgegen. Zum Beispiel der Klima- und Naturschutz. In Zeiten von Klimawandel könne man nicht noch mehr grüne Flächen verlieren. So die Argumente der Gegner, die sich in Freiburg zur Bürgerinitiative "Rettet Dietenbach" zusammengeschlossen haben.

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Nachverdichten anstatt neu zu bauen

In Freiburg sollte lieber noch mehr nachverdichtet werden, anstatt hier am Stadtrand neu zu bauen, sagt Manfred Kröber von der Bürgerinitiative 'Rettet Dietenbach': "Zum Beispiel durch das überbauen von Parkplätzen, durch Aufstockungen und Dachgeschoßausbauten, hier sind jeweils Wohnungen im vierstelligen Bereich möglich, auch Lehrstand gibt es im vierstelligen Bereich. Deswegen haben wir tatsächlich Alternativen, die Dietenbach überflüssig machen."

Bürgerinitiative: "Flächenverbrauch neu denken"

Rund 91 Hektar groß ist das angeblich schützenswerte Areal. 15.000 Menschen sollen hier einmal leben. Landwirte würden ihre Existenz verlieren. Ulrich Glaubitz, Sprecher der Freiburger Bürgerinitiative: "Wir sind gerade dabei zu erkennen im großen Stil, dass wir unser Denken und Handeln in diesem Bereich Wohnen und Flächenverbrauch so wie wir es gewohnt sind, nicht weiterführen können."

Baubürgermeister sieht Investition in die Zukunft

Freiburgs Baubürgermeister Martin Haag hält dagegen. Dietenbach sei eine Investition in die Zukunft und wichtig für die Arbeitskräfte mit mittlerem und geringem Einkommen, die die Stadt dringend brauche: "Und die müssen auch in Freiburg wohnen oder sie wohnen draußen, haben dort noch mehr Flächenverbrauch mit allen Konsequenzen für den Verkehr, Verkehrschaos wird dann noch deutlich größer werden. All das müssen diejenigen wissen, die sich gegen diesen Stadtteil wenden."

Bürgerentscheid findet am 24. Februar statt

Auf Argument folgt Gegenargument folgt Gegengegenargument. Dietenbach ist das Beispiel dafür, dass nichts mehr einfach ist, wenn es um neuen Wohnraum geht. Am 24. Februar müssen nun die Freiburger Bürger entscheiden.

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