Aufräumarbeiten nach dem Großbrand im Europa-Park (Foto: SWR)

Nach Großbrand im Europa-Park Unternehmen geht von Millionenschaden aus

Beim Großbrand im Europa-Park am Samstag sind laut Polizei sieben Einsatzkräfte leicht verletzt worden, der Schaden liegt im Millionenbereich. Die Ursache ist weiter unklar, der Betrieb lief am Sonntag mit leichten Einschränkungen wieder.

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Alle sieben verletzten Einsatzkräfte konnten die Krankenhäuser nach einer kurzen ärztlichen Versorgung wieder verlassen, teilten die Behörden am Sonntag mit. Zunächst war von drei Verletzten die Rede gewesen. Die Park-Verantwortlichen gehen derweil von einem Schaden in Millionenhöhe aus. Über das genaue Ausmaß des Schadens könne man jedoch noch keine Angaben machen, sagte eine Sprecherin.

Seit Sonntag wieder geöffnet

Seit Sonntag um 9 Uhr hatte der Park wie geplant wieder für Besucher geöffnet. Abgesehen von den durch den Brand beschädigten Bereichen sollten alle anderen Teile des Parks den Besuchern zur Verfügung stehen. Von etwa 100 Attraktionen waren drei aktuell nicht nutzbar. Um die Brandstelle herum lag nach Schilderungen von Augenzeugen noch brenzliger Geruch in der Luft. Der Betrieb der Achterbahnen wurde am Nachmittag eingestellt - der Grund war allerdings ein drohendes Gewitter.

Ruine (Foto: picture-alliance / dpa, SWR, Achim Keller)
Eine verkohlte Wand am Tag nach dem Brand Achim Keller

Probleme gab es beim Scannen der Eintritts- und Kundenkarten, auch waren Zahlungen per Kreditkarte nicht möglich. Die App mit Warte- und Showzeiten wurde erst ab Sonntagnachmittag wieder aktualisiert, E-Mail-Anfragen können weiterhin nicht beantwortet werden.

Keine Rabatte für Besucher

Weil aus dem Parksee Wasser für die Löscharbeiten verwendet wurde, war die Dschungel-Floßfahrt bis zum Nachmittag außer Betrieb. Der durch den Park fahrende kleine Zug verkehrte nach SWR-Informationen wieder planmäßig.

Angesichts der vergleichsweise geringen Einschränkungen, die etwa auch bei Wartungsarbeiten vorkämen, gab es nach Angaben einer Sprecherin keine Rabatte für Besucher. Bis zum Sonntagmittag kamen etwa 15.000 Menschen in den Park. "Wir sind zufrieden", sagte sie.

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Die Feuerwehr war am Sonntag noch mit Nachlöscharbeiten beschäftigt. Die Brandursache ist weiterhin unklar, Beamte der Kriminaltechnik haben laut Staatsanwaltschaft die Ermittlungen aufgenommen.

Ruine (Foto: SWR)
Blick in den abgebrannten Bereich am Sonntag

Polizei und Park-Betreiber lobten am Sonntag das Verhalten von Mitarbeitern, Einsatzkräften und Parkbesuchern. "Vor allem auch die Besucher haben auf unsere Anweisungen klasse reagiert", sagte Engelbert Gabriel, Beauftragter der Park-Geschäftsleitung. Drei- bis viermal pro Jahr übe man mit Einsatzkräften und Polizei für den Notfall. Dass zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Besucher bestand, sei der professionellen Zusammenarbeit zu verdanken, sagte ein Sprecher der Polizei Offenburg.

Wir holen ganz kurz Luft und möchten uns herzlich für die große Anteilnahme im Netz bedanken. Eure Nachrichten und Wünsche geben uns Kraft, um schnellstmöglich den Normalbetrieb wieder herzustellen. Ihr seid die besten Fans der Welt 😊

Die meisten Besucher zeigten sich gelassen, teilweise aber auch betrübt. "Es tut schon weh, das so zu sehen", sagte ein Europa-Park-Fan der ersten Stunde dem SWR.

Feuer brach im "Skandinavischen Bereich" aus

Nach Angaben des Freizeitparks war das Feuer am frühen Samstagabend in einer Lagerhalle im sogenannten Skandinavischen Bereich ausgebrochen und erfasste und zerstörte ebenso die angrenzende Attraktion "Die Piraten von Batavia". Besucher fahren dort auf kleinen Booten durch eine Piratenunterwelt. Die Attraktion wurde 1987 eröffnet. Laut Polizei wurde auch der Niederländische Themenbereich in Mitleidenschaft gezogen. In der abgebrannten Halle wurden Kostüme gelagert.

Die bei Hochzeitsgesellschaften beliebte Stabkirche überstand den Großbrand offenbar unversehrt - sie liegt nur durch einen kleinen Wasserlauf getrennt in unmittelbarer Nähe des Brandortes.

Brandherd (Foto: picture-alliance / dpa)
Der Großbrand erzeugte von weitem sichtbare dicke Rauchwolken

Am Samstag waren rund 25.000 Gäste vor Ort. Von ihnen wurde offenbar niemand verletzt.

Strobl dankt Helfern und Besuchern

Rund 500 Einsatzkräfte aus dem gesamten Landkreis und aus Freiburg waren demnach zwischenzeitlich vor Ort. Aufnahmen vom Ort zeigen dicke schwarze Rauchwolken und hochschießende Flammen.

Der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl (CDU) dankte den Helfern in einer Mitteilung für ihre Arbeit und lobte die Reaktion der Besucher. "Gott sei Dank wurde niemand schwerer verletzt und alle Einsatzkräfte, die im Krankenhaus behandelt werden mussten, konnten dieses inzwischen wieder verlassen", sagte Strobl. "Mein Dank gilt auch den Besucherinnen und Besuchern, die ruhig und besonnen geblieben sind und damit die Einsatzkräfte bestmöglich unterstützt haben." Der Park war am Abend evakuiert worden, die Besucher hatten das Gelände verlassen, ohne dass es dabei zu besonderen Vorkommnissen kam.

"Immer wieder Sonntags" wie geplant auf Sendung

Die ARD-Livesendung "Immer wieder Sonntags" aus dem Europa-Park ging am Sonntag wie geplant auf Sendung. Moderator Stefan Mross sprach im Zusammenhang mit dem Brand von einer "etwas längeren Schrecksekunde". "An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei allen Einsatzkräften bedanken, bei allen Helfern des Europa-Parks", sagte Mross am Sonntag zu Beginn der Sendung. Das Feuer war am Samstag während der Generalprobe ausgebrochen.

Rauchsäule (Foto: picture-alliance / dpa, Joost Derijck)
Dieser Blick bot sich den Besuchern am Tag des Brandes. Joost Derijck

Park-Homepage zwischenzeitlich überlastet

Der Brand wurde den ganzen Abend und bis in die Nacht hinein in den sozialen Netzwerken stark thematisiert. Viele Nutzer veröffentlichten Bilder, Videos und äußerten Anteilnahme. Die Internetseite des Parks war am Abend nicht erreichbar - möglicherweise gingen die Server aufgrund der vielen Seitenaufrufe in die Knie.

RT @LangrockAnne: Bei diesen Bildern blutet mein Herz😭. Hoffentlich wird niemand verletzt und der Schaden wird nicht noch größer. R.I.P. Pi…

Größter Freizeitpark Deutschlands

Der Europa-Park ist Deutschlands größter Freizeitpark und rechnet in diesem Jahr nach eigener Auskunft mit mehr als 5,6 Millionen Besuchern, ähnlich wie im Vorjahr. Er wurde 1975 eröffnet. Der 95 Hektar große Park zählt mehr als 100 Attraktionen und Shows.

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