Vier Männer stehen am Ufer eines Sees (Foto: SWR, Laura Könsler)

Ausflugsziel in Bad Säckingen Die Bergsee-Retter

Vor Jahren drohte der Bergsee zu kippen. Seither sorgt eine Pumpe für die Sauerstoffzufuhr. Doch das soll sich ändern, der Bergsee erhält eine Kur.

Gewässerwart Christoph Joachimi des Fischereivereins Bad Säckingen steht am Ufer des Bergsees und zeigt auf eine Fläche vor der  kleinen Insel, die wenige Meter vom Ufer entfernt liegt. Rechts und links davon begrenzen Baumstämme den Bereich – Tretbootfahren geht hier nicht mehr. Joachimi zeigt auf die Hölzer im flachen Wasser: "Wir haben hier jeweils zwei Schwimmbalken gesetzt, um eine Ruhe- und Laichzone für die Fische zu schaffen. Wie man sieht, breitet sich hier bereits das Schilf aus, zusätzlich haben wir noch Teichrosen gepflanzt."  

Darüber hinaus wurden am Ufer Pappeln geschlagen. Bäume, die dem  Ökosystem des Bergsees schaden. "Pappeln gehören sicherlich nicht hierher und sie hat einen hohen Laubanfall. Das Laub im Wasser braucht wiederum Sauerstoff, um sich zu zersetzen." Und das wollen der Gewässerwart und seine Vereinskollegen schließlich verhindern.

Wir machen aktiven Umweltschutz

Raymond Vöstel, Vorsitzender des Fischereivereins Bad Säckingen

Die Ruhezone und das Entfernen der Pappeln sind zwei der ersten Maßnahmen, die der Fischereiverein am Bergsee umgesetzt hat, um das Gewässer zu renaturieren, es wieder in seinen natürlichen Zustand zurück zu versetzen. Dem Vorsitzenden Raymond Vöstel ist es wichtig, dass der Fischereiverein nicht nur ein bunter Haufen von Anglern ist, der Fische tötet, sondern ein Verein, der aktiven Umweltschutz betreibt.

"Das ist ähnlich wie bei den Jägern. Wir haben einen Pachtvertrag, in dem festgeschrieben ist, was wir dürfen, was wir nicht dürfen, was wir sollen und was wir müssen. Und dazu gehört auch die Hege und Pflege eines Gewässers."

Das Bewußtsein hat sich verändert

Früher wurde darauf nicht so viel Wert gelegt, erinnert sich Alfred Hottinger. Der 70-Jährige ist schon über 50 Jahre im Verein und sagt: "Früher hat man regelmäßig Besatzmaßnahmen gemacht. Da hat man Fische eingekauft, soundsoviel Karpfen und Rotaugen oder andere Fische und hat die ausgebracht. Die Renaturierungsmaßnahmen standen da nicht so im Mittelpunkt." Wohl auch deswegen, meint Hottinger, weil das Bewußtsein für Umweltbelange und Naturschutz noch nicht so da waren. Heute wüsste jeder Einzelne viel mehr darüber.

Landesfischereiverband unterstützt

Und das ist heute anders. Und klar ist auch, dass die verschiedenen Maßnahmen erst in ein paar Jahren wirken werden. Der See wird sich nur langsam erholen. Der Fischereiverein braucht also einen langen Atem, mit dem entsprechenden Know-How wird er vom Landesfischereiverband unterstützt. Patrick Schnurr, Vorsitzender des Landesfischereiverbandes im Landkreis Waldshut: "Wir freuen uns, wenn wir die Vereine tatkräftig unterstützen können. Im Landesfischereiverband haben wir Fachkräfte, die den Verein beraten können und auch im Herbst, wenn die geplante Abfischungsaktion stattfindet, können wir mit der Ausrüstung helfen."

Fischbesatz wird im Herbst aufgenommen

Im Herbst findet dann eine Fischzählung statt. Dabei wird der Bestand gesichtet, quasi eine Inventur gemacht. Ziel dabei ist es, die Arten zu fördern, die sich im Bergsee ohne Hilfe vermehren können. Die Natur soll sich selbst überlassen werden, ohne dass der Mensch weiter regulierend eingreifen muss.  

Und irgendwann wird dann auch die Pumpe, die derzeit den See vor dem Umkippen rettet, wieder abgestellt werden können.

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