ICE in Schotterbett neben Gleis (Foto: dpa Bildfunk, Georgios Kefalas)

Untersuchungsbericht liegt vor Weichen-Panne führte zum ICE-Unglück in Basel

Eine versehentlich unter dem fahrenden Zug umgestellte Weiche war der Grund für den ICE-Unfall in Basel im Februar. Das bestätigt die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (SUST).

Laut eines Untersuchungsberichts ist der Unfall darauf zurückzuführen, dass versehentlich eine Weiche unter dem Zug umgestellt wurde. Demnach hatte der gut 350 Meter lange Zug mit 240 Passagieren von Berlin nach Basel SBB gerade die Rheinbrücke überquert, als der hintere Zugteil wegen der Panne auf ein anderes Gleis geführt wurde als das, auf dem der vordere fuhr. Der erste Wagen wurde dem Bericht zufolge fast einen Kilometer lang schräg über beide Gleise mitgeschleift.

Rückspiegel oder Kameras fehlten

Der Lokführer hatte wegen des Fehlens von Rückspiegeln oder Kameras das Unglück erst bemerkt, als der Fahrwiderstand anstieg und der Zug zu rütteln begann. 20 Meter vor einer Tunnel-Trennwand konnte er den Zug stoppen. Eine Person verletzte sich an der Hand, als sie die Glasscheibe zum Knopf für die Not-Türöffnung einschlug.

Der entgleiste ICE 373 steht kurz vor dem Bahnhof SBB (Foto: dpa Bildfunk, Georgios Kefalas/KEYSTONE)
Der entgleiste ICE 373 kurz vor dem Bahnhof SBB Georgios Kefalas/KEYSTONE

Die SUST hält es für denkbar, "dass der Fahrdienstleiter sich bei der Eingabe für den zweiten Zug, der dem ersten, später entgleisten Zug folgen sollte, vertippt hatte und ungewollt ein falsches Zielgleis eingab". Sie sprechen eine Sicherheitsempfehlung und zwei Sicherheitshinweise aus: Die Schweizer Bundesbahn (SBB) und die Deutsche Bahn sollen zum Beispiel untersuchen, ob die aktuellen Stellen für die Funkumschaltung auf der Strecke zwischen Basel Badischer Bahnhof und Basel SBB beziehungsweise Basel Rangierbahnhof (RB) geeignet sind und, wenn nötig, Anpassungen vornehmen.

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