Arbeiten wie vor 900 Jahren Mein Wald: Der Wuhrenwart von Rickenbach

In Rickenbach im Hotzenwald lebt Eckard Bölecke mit Sohn Marco. Eckard Bölecke ist im Nebenjob "Wuhrenwart" – Aufseher eines uralten, künstlichen Bachsystems und der Sohn macht mit.

Langsam schlängelt sich die Wuhre, der künstliche Wasserlauf, durch den Hotzenwald. Sie zu pflegen, ist seit Jahrhunderten die Aufgabe des Wuhrenwarts. Der 13 Jahre alte Marco und sein Vater machen das, was schon die Wuhrenknechte vor mehr als 900 Jahren im Hotzenwald getan haben. Zweimal die Woche sind Vater und Sohn deshalb im Wald unterwegs. Die Natur verändert sich ständig. Genug Arbeit für die beiden Wuhrenwarte.

 

Dauer

Die beiden kennen jede kritische Stelle am Bach und jeden Winkel in ihrem Wald. Früher war der ungehinderte Lauf des Wassers für die Stromversorgung wichtig. Für die Schmieden und Sägen im Tal. Heute sind die Wuhren im Hotzenwald ein Kulturdenkmal.

Vater und Sohn halten die Wuhre mit ihrer Arbeit bis heute am Leben. Sie sorgen dafür, daß der Bachlauf nicht zuwächst, nicht überschwemmt werden kann. 900 Jahre sind schließlich eine Verpflichtung. Eckard Bölecke ist stolz auf das Bauwerk seiner Vorfahren.

Fünf alte Wuhren gibt es noch im Hotzenwald. Die Heidewuhre von Eckard und Marco Bölecke ist 14 Kilometern Lang und vermutlich die Älteste davon. Und je älter die Wuhre wird, desto aufwendiger wird ihre Pflege. Doch die Wuhrenwarte lieben ihren Job im Wald.

Neben dem Bachlauf verläuft ein Pfad. Die Wuhrenwege gelten als Geheimtipp für Wanderungen. Einfach und bequem – aber nur deshalb, weil für Ordnung gesorgt wird. Auf dem Weg und in der Wuhre. Mit prüfendem Blick laufen die beide durch den Wald und achten peinlich genau darauf, dass das Wasser immer gleichmäßig bergab fließt. Genau wie früher.  

Seit Eckard Bölecke vor sechs Jahren die Aufgabe des Wuhrenwarts übernommen hat, ist sein Sohn – wann immer es geht – mit dabei. Auch wenn die Arbeit ganz schön anstrengend ist, geht der 13-Jährige in seiner Freizeit gerne mit in den Wald. Wuhrenwart im Hotzenwald zu sein, ist für Vater und Sohn eine besondere Aufgabe.

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