Als der Terror nach Zürich kam RAF-Überfall und Schießerei vor 40 Jahren

Vor 40 Jahren überfielen RAF-Terroristen eine Bank in Zürich. Auf der Flucht ballerten sie wahllos um sich, eine 56-Jährige starb. Zwei Polizisten, die in den Kugelhagel gerieten, erinnern sich.

Dauer

Nur knapp haben Werner Bodenmann und Bernhard Pfister den RAF-Überfall im Herbst 1979 überlebt. Die beiden Schweizer Polizisten sind als erste am Tatort: der Volksbank-Filiale in der Züricher Bahnhofstraße. Es ist ein regnerischer Morgen, an dem vier bewaffnete Männer die Bank stürmen und fast 550.000 Franken erbeuten.

Polizisten geraten in den Kugelhagel

Nach der Tat fliehen sie Richtung Hauptbahnhof. Bei der Verfolgung gerät Werner Bodenmann im Shopping-Zentrum in den Kugelhagel der Terroristen. "Ich bin gleich getroffen worden, und am Boden liegend habe ich von hinten einen Schuss in den Rücken gespürt, der am Hals ausgetreten ist."

Um ihre Kriegskasse aufzufüllen, suchte die RAF damals im reichen Zürich neue Geldquellen.

"In Deutschland, in Benelux und in Österreich war sie schon gewesen. Da waren Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden, weniger Geld, Panzerglasscheiben und deswegen hat sich die RAF entschlossen, die Schweiz als Finanzierungsquelle aufzutun."

RAF-Experte Butz Peters aus Hannover

Auch Polizist Bernhard Pfister will die Flüchtenden aufhalten. Er eröffnet das Feuer, die Terroristen schießen ebenfalls. "Die Täter haben zurückgeschossen und mich am Oberarm erwischt", erinnert er sich heute.

Nur einer der Täter wird gefasst

Später stellte sich heraus: Die Täter waren der Freiburger Christian Klar, Peter Jürgen Book, Henning Beer und Rolf Clemens Wagner aus der zweiten RAF-Generation. Nur Wagner wurde gefasst und 1980 in der Schweiz zu lebenslanger Haft verurteilt.

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