25 Jahre nach dem Truppenabzug Lahr als Drehkreuz der Kandadier in Europa

Von 1967 bis 1994 waren die Kanadier in Lahr stationiert - mehre Tausend Soldaten und Zivilisten. Ihre Spuren sind bis heute sichtbar: etwa am Flugplatz oder auf dem ehemaligen Kasernengelände.

Ein Gelände im Lahrer Osten: viele farbige, mehrgeschossige Gebäude, Kinder spielen auf der Straße, Autos fahren im Schritt-Tempo, auf den Balkonen trocknet bunte Wäsche. Undenkbar, dass hier bis vor 25 Jahren eigentlich niemand hindurfte. Denn hier war bis 1994 ein streng bewachtes Kasernengelände – erbaut von den Nationalsozialisten, später erst genutzt von den französischen Streitkräften, dann von den kanadischen Militärs.

Dauer

Kasernenstruktur bis heute erkennbar

Bis heute ist die alte Baustruktur der Kaserne erkennbar: Dreigeschossige Gebäude mit abgewalmten Dächern rahmen den einstigen Exerzierhof ein. Auffällig ist vor allem das Gebäude, in dem die Wachsoldaten waren. Die Schranke fehlt, aber das halbrunde Häuschen steht noch. Mittlerweile ist dort eine Firma zu Hause, die Sprühdosen verkauft.

Ortswechsel: vom Lahrer Osten zum Flugplatz im Lahrer Westen. Das riesige Gelände ist der Ort, der für die Kanadier steht. Auch hier waren erst die Franzosen, dann, ab 1967 die Kanadier.

Flugplatz wurde zum Industriegebiet

"Von hier wurde eigentlich der gesamte Verkehr der kanadischen Streitkräfte mit dem Mutterland abgewickelt", erklärt Lahrs Stadthistoriker Thorsten Mietzner.

Heute befindet sich auf dem Gelände ein riesiges Industriegebiet mit namhaften Firmen und mehreren Tausend Arbeitsplätzen. Die lange Landebahn wird weiterhin genutzt. Hier starten und landen Frachtflieger, aber auch Geschäftsleute mit ihren Privatjets. Und auch der Fußball-Bundesligist SC Freiburg hebt von hier aus zu seinen meisten Auswärtsspielen ab.

Rundhochhäuser am Kanadaring

Nicht weit vom Flugplatz entfernt liegt der Kanadaring. Hier lebte ein Teil der kanadischen Soldaten in den so genannten Rundhochhäusern. Heute wohnen in diesem Gebiet überwiegend Spätaussiedler. Die Wohnungen waren nach dem Abzug der Kanadier ja leer geworden.

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