Ausstellung: 100 Jahre Lalique in Wingen-sur-Moder (Foto: SWR, France3 Alsace)

Von Parfümflakons bis Bugatti-Kühlerfiguren

Ausstellung in Wingen-sur-Moder: 100 Jahre Lalique Glaskunst

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AUTOR/IN
Manuel Götz, France3 Alsace

Seine Parfümflakons sind bis heute begehrte Sammlerstücke: Der Glasmachermeister René Lalique führte Kunst und Kommerz zusammen.

Der französische Glasmachermeister René Lalique wurde durch seine Kreationen berühmt, die Schmuck, Parfümflakons, Vasen, Kerzenständer, Uhren und sogar Kühlerfiguren umfassen. Seine Flakons etwa waren avantgardistische Entwürfe, gingen dann aber erfolgreich in die Serienfertigung. Auch für Haushaltswaren wie Gläser und Tischdekoration war er sich nicht zu schade. Und: er brachte seine Kunst auch auf die Straße. Lalique entwarf auch Kühlerfiguren für Bugatti und Rolls Royce.

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Elsass und Moselgebiet als Aushängeschild Frankreichs

In Wingen-sur-Moder im nördlichen Elsass baute René Lalique eine Fabrik auf, in der er seine Kreationen in Großserien herstellen ließ und verschiedene Fertigungstechniken zum Patent anmeldete. Véronique Brumm, die Direktorin des Museum Lalique in Wingen-sur-Moder, weiß, warum er sich genau für diesen Standort entschied: "Lalique wusste, dass er hier qualifizierte Arbeitskräfte findet: In Meisenthal und den großen Manufakturen warb er Glasmacher ab. So kurz nach dem Ersten Weltkrieg profitierte er auch von finanzieller Unterstützung durch die französische Regierung, die aus dem Elsass und dem Moselgebiet ein Aushängeschild Frankreichs machen wollte."

Anfang 1950 führte Sohn Marc das Kristall bei Lalique ein

"Nach dem Krieg war gewöhnliches Glas stark nachgefragt. Doch anstatt in großen Serien zu produzieren, hatte Sohn Marc Lalique entschieden, ins Luxussegment zu wechseln und von Glas auf Kristall umzustellen", berichtet Véronique Brumm.

Ein Jahrhundert nach der Produktion der ersten Objekte ist die Arbeitsweise der 250 Beschäftigten im elsässischen Wingen-sur-Moder immer noch die gleiche.

Jedes Objekt ist einzigartig

Lionel Rohfritsch, Leiter des Qualitätswesen bei Lalique, erklärt warum: "Jedes Teil geht während des Herstellungsprozesses durch die Hände von mindestens zehn unterschiedlichen Handwerkern: Schleifern, Polierern, Malerinnen – so ist jedes Stück einzigartig."

Bacchantes-Vase von René Lalique (Foto: SWR, France3 Alsace)
Bacchantes-Vase von René Lalique France3 Alsace

Wie die berühmte Bacchantes-Vase von René Lalique, die auch nach 100 Jahren, für schwindelerregende Preise Sammlungen in aller Welt verschönert.

Komplette Sendung vom 26.06.2022 - Dreiland Aktuell ab 4:45

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Manuel Götz, France3 Alsace