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Mit einer kleinen Feier hat am Montag der Bau der zweiten Tunnelröhre für das Großprojekt Stuttgart 21 am Flughafen begonnen. Der Bau der ersten Röhre ist bereits gestartet.

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Nachdem das Bundesverwaltungsgericht den Bau von Stuttgart 21 am Flughafen für rechtens erklärt hat, kann es nun mit dem Bau der Röhren richtig losgehen. Umweltschützer hatten gegen den geplanten direkten Schienenanschluss des Flughafens an den Fern- und Regionalverkehr aus Richtung Stuttgart und aus Richtung Ulm geklagt. Vier Jahre hatten sich die Rechtsstreitigkeiten hingezogen.

Verbindung Neubaustrecke zum Flughafen

Der Tunnel ist 2,2 Kilometer lang und soll die Bahnstrecke mit dem neuen Bahnhof bei der Messe und beim Flughafen verbinden. Zweieinhalb Meter sollen pro Tag gegraben werden. Zum Tunnelanschlag kamen unter anderem Verkehrsminister Winfried Hermann und die Geschäftsführerin des Flughafens Arina Freitag, nach der der Tunnel benannt ist.

Eine Frau und ein Mann mit Bauhelm vor einer Betonwand (Foto: SWR, Magdalena Haupt)
Tunnelpatin Arina Freitag bei der Feier am Montag. Magdalena Haupt

Dünne Decke

Die Tunneldecke kreuzt die Autobahn 8. Teilweise ist die Tunneldecke an dieser Stelle nur sieben Meter dick. Daher finden ständig Lasermessungen statt, um den reibungslosen Verkehr auf der A8 zu gewährleisten.

Züge ab 2025?

Rund 500 Millionen Euro kostet der Flughafentunnel. Und trotz des vierjährigen Rechtsstreits gehen die Verantwortlichen davon aus, das 2025 die ersten Züge in Richtung Flughafen rollen können.

Hermann drängt auf Entscheidung über Gäubahntunnel

Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) erklärte: "Wichtig ist aber auch, dass für die Führung der Gäubahn über den Flughafen rasch eine Entscheidung getroffen wird. Denn erst dann kann das Projekt Stuttgart 21 am Flughafen fertiggestellt werden."

Verkehrsdrehscheibe Flughafen

Der Chef des Bahnprojekts Stuttgart-Ulm, Olaf Drescher, erklärte, den Flughafentunnel als "Schlussstein des Bahnprojekts Stuttgart-Ulm, ohne das der angestrebte Deutschland-Takt im Südwesten schlicht nicht möglich wäre." Der sogenannte Deutschland-Takt soll große Städte Deutschlands bahnmäßig besser und schneller als bislang miteinander verbinden. Drescher betonte weiter, mit dem Schienenanschluss des Flughafens an den Fern- und Regionalverkehr entstehe die Verkehrsdrehscheibe für Baden-Württemberg.

Bereit für Arbeiten in den Tunnelröhren

40 Meter sind bereits in der ersten Röhre gegraben, nun folgen auch die Arbeiten in der zweiten Flughafentunnelröhre. Ob und wann auf den Fildern auch ein Tunnel für die Gäubahn entsteht, ist noch offen.

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