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Die weltweite Schwäche der Autoindustrie schlägt auch auf den weltgrößten Zulieferer Bosch durch. Prognosen für das laufende Jahr wagt das Unternehmen nicht.

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Zwar konnte der Technologiekonzern seinen Umsatz 2019 mit 77,9 Milliarden Euro zumindest auf Vorjahresniveau halten. Der operative Gewinn fiel mit etwa drei Milliarden Euro aber deutlich geringer aus als 2018, wie Bosch am Mittwoch mitteilte. Damals waren es 5,4 Milliarden Euro.

Schlechte Geschäfte in Indien und China

Als Gründe nannten der Vorsitzende der Geschäftsführung, Volkmar Denner, und sein Finanzchef Stefan Asenkerschbaumer vor allem die schlechteren Geschäfte in den wichtigen Märkten China und Indien, den weltweiten Rückgang der Diesel-Nachfrage sowie hohe Kosten für den Umbau der Mobilitätssparte und die Entwicklung neuer Technologien.

Bosch Ergebnis (#EBIT) 2019: Rund 3 Mrd. €. Breite Aufstellung sichert hohes Umsatzniveau – widriges Umfeld belastet Ergebnis. Zu den vorläufigen Geschäftszahlen 2019: https://t.co/OudcvKyy9P https://t.co/yIvliNnNIA

Für das laufende Jahr wagte Bosch erneut keine Prognose. Der Konzern geht aber davon aus, dass die globale Automobilproduktion 2020 weiter sinkt und frühestens 2025 wieder zulegt. Daher werde man weiterhin konsequent an der Ertragskraft arbeiten und die Kapazitäten anpassen müssen, hieß es. Bosch hatte bereits für mehrere Werke einen Stellenabbau angekündigt, vor allem an den Standorten, die stark auf den Verbrennungsmotor ausgerichtet sind.

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"Der technologische Wandel ist für uns ein finanzieller Kraftakt, auch wenn er sich nach unserer Überzeugung letztlich auszahlen wird", betonte Denner. Dazu werde man aber weiter auf die Kosten schauen müssen. "Wir können es nicht bei den Strukturen belassen, die auf die höheren Kundennachfragen der Jahre 2017 und 2018 ausgelegt waren", sagte Denner. Einfach pauschal überall sparen will er aber auch nicht.

Keine Deckelung der Investitionen

Eine Deckelung der Investitionen, wie sie etwa Daimler-Chef Ola Källenius kürzlich angekündigt hatte, um die Kosten einzudämmen, steht bei Bosch nicht an. "Wir haben einen langen Atem, wir halten das lange durch", sagte Denner. Zwar müssten die Investitionen irgendwann auch einen Ertrag bringen. Ohne den langen Atem, den Bosch immer schon bewiesen habe, würde es viele innovative Technologien heute aber gar nicht geben, betonte er.

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