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Musikstudierende in Stuttgart können derzeit nicht auftreten, damit fehlt ihnen eine wichtige Einnahmequelle. Doch sie werden unterstützt. Nun haben sie sich bedankt - mit Livemusik.

Die Studierenden an der Musikhochschule finanzieren sich ihr Leben über Konzertgagen - eigentlich. Denn als Corona kam, mussten die Konzerte abgesagt werden, und einigen Studierenden brach damit die Finanzierung ihres Studentenlebens weg.

"Plötzlich war alles weg. Plötzlich musste ich eine andere Arbeit finden, und plötzlich konnte ich nicht mehr Musizieren und Spielen."

Marta Femenia studiert Flöte an der Musikhochschule Stuttgart

Die Stuttgarter Musikstudentin Marta Femenia hat angefangen, Onlineunterricht zu geben. Aber das hat nicht gereicht: Ohne finanzielle Unterstützung hätte sie die Wohnung in Stuttgart nicht mehr zahlen können, hätte nach Spanien zurückgehen und das Studium unterbrechen müssen.

Professoren und Stuttgarter helfen Studierenden

Professor Marc Engelhardt und seine Kollegen versuchten zu helfen. Sie haben im Frühjahr 2020 einen Hilfsfonds für Studierende in Not aufgelegt. "Uns war auf Seiten der Hochschule recht schnell klar, dass die Studierenden in eine Notsituation kommen würden, weil alle Konzerte weggefallen sind", sagt Professor Marc Engelhardt. Sie erhielten Geld vom Asta, der Studierendenvereinigung der Hochschule, aber auch von Stiftungen.

Bis der Professor auch Nicole Rubbe, einem Mitglied der German-American-Women's-Club (GAWC) in Stuttgart, von der Notsituation der Studierenden erzählte. Sie hatte noch eine andere Idee: Sie bat ihre Bekannten, einzelnen Studierenden direkte, monatliche Stipendien zu zahlen. "Paten" nennt sie die Geldgeber, die inzwischen elf Studierenden an der Musikhochschule in Stuttgart eine monatliche Unterstützung zwischen 100 und 400 Euro gewähren.

Ein Live-Konzert zum Dank für die Stipendien

Nun wollten sich die Studierenden bei ihren Paten bedanken - mit Livemusik. Rubbe und Engelhardt organisierten eine Konzertreihe kurzer 1:1-Konzerte bei denen jeder Stipendiat seinen Paten ein kurzes Konzert gab. Das war nicht nur für die Paten ein schönes Ereignis, auch die Musikstudierenden haben es genossen, mal wieder für andere spielen zu können - wenn auch nur in kleinem Rahmen: "Für mich ist das ein sehr schöner Moment", sagt Marta Femenia.

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