Eine Nilgans fliegt über dem Main. (Foto: dpa Bildfunk, Silas Stein)

Darüber spricht die Region Stuttgart

Wochenrückblick: eklige Gänsekacke, verbrannte Mühle, arme Millionendiebin

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Katharina Kurtz
Katharina Kurtz (Foto: SWR)

Wegen Nilgänsen ist ein Schwimmbadchef rausgeflogen. Und wie es trotz Brandkatastrophe in der Eselsmühle weitergeht und warum eine Millionendiebin arm dran ist - alles im Wochenrückblick.

Hi, ich bin Katharina Kurtz und arbeite im Studio Stuttgart. Was war diese Woche in der Region Stuttgart los und welche Themen haben uns am meisten beschäftigt? Ich schaue für euch zurück:

Alles (Gänse)Kacke

Überall Gänsekot: Nilgänse sind eine invasive Art und hinterlassen am Eckensee in Stuttgart ungehindert ihre Ausscheidungen. (Foto: Andreas Rosar Fotoagentur Stuttgart)
Nilgänse hinterlassen auch am Eckensee in Stuttgart ihre Spuren.

Ein erwachsener Mann, der mit bloßen Händen Gänse jagt: Klingt erst mal lustig, am Ende wars doch eher tragisch, und vor allem steckt ein viel größeres Problem dahinter. Doch der Reihe nach: Die Polizei hatte neulich von einer toten Nilgans berichtet, die vermutlich misshandelt worden war. Im Nachgang stellte sich raus: Der Chef des Schwimmbads war's. Er hatte vor lauter Wut eine Gans geschnappt, die zum x-ten Mal ins Freibad machte. Der Bäderchef ist, nachdem er selbst zur Polizei gegangen war, jetzt seinen Job los. Er sagt: Die Aktion gegen die Gans war falsch. "Da gibt es nichts zu beschönigen."

Zuerst dachte ich mir ja: Ich finde es absolut richtig, dass die Stadt Fellbach als sein Arbeitgeber so entschieden hat. Aber nachdem der Badchef bei uns im Interview erzählt hat, wie lange er schon gegen die Tiere kämpft, wie er auch vielfach im Hilfe gebeten und keine bekommen habe, da habe ich ihn schon verstehen können - hier geht's noch mal zum ganzen Interview. Ein Konzept für ein Gänse-Management des Regierungspräsidiums Stuttgart gibt es bisher nicht - wobei man das im Fellbacher Fall wohl gar nicht braucht und man also nicht darauf warten muss. Das Grundproblem ist, dass sich die Nilgänse in Deutschland recht ungehindert ausbreiten. Sie sind eine invasive Art und eben zum Beispiel in Freibädern und Parks eine große Plage.

Die Abstimmung ist bereits beendet.

Wie denkt ihr über den Rauswurf des Schwimmbad-Chefs?

  • Der Mann sollte seinen Job behalten. Ich wäre bei so viel Gänsekacke im Wasser auch ausgeflippt. 76,1%
  • Die Nilgänse sind echt eine Plage, aber Gänsejagd auf eigene Faust ist halt nicht erlaubt. 12,0%
  • Der Rauswurf ist absolut gerechtfertigt. Eine Leitungsperson sollte vernünftiger sein! 3,1%
  • Diskutieren wir hier ernsthaft über Nilgänse? Haben wir nicht größere und wichtigere Probleme?! 8,8%

Hinweis: Das Abstimmungsergebnis zeigt ein Meinungsbild unserer Nutzer*innen und ist nicht repräsentativ.

In der vergangenen Woche wollten wir von euch wissen, wie ihr über die Preiserhöhung für VVS-Tickets denkt. Die meisten (59,9 Prozent) haben geantwortet: "Hackts eigentlich?! Bus- und Bahnfahren ist eh schon voll teuer!".

Nach dem Rausschmiss des Schwimmbad-Chefs im F3 in Fellbach und viel Wind in allen möglichen offiziellen Gremien dann die Überraschung: Das Landratsamt Rems-Murr genehmigte, dass die Gänse von einem Stadtjäger abgeschossen werden dürfen. Und ich frage mich: Hätte diese Entscheidung nicht schon früher getroffen werden können?! Stadtverwaltung und Landratsamt sagen dazu, dass sie nicht von dem Gänseproblem wussten. Nach vorne geschaut noch eine eine pragmatische Idee, was mit den abgemurksten Nilgänsen passieren könnte: In Berlin gibt es ein Start-up, das invasive Arten verkocht und lecker auf den Teller bringt. Hauptsächlich ist das der Rote Amerikanische Sumpfkrebs, aber testweise wurde auch schon mal knusprige Nilgans serviert. Und auch die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft hält Nilgänse für essbar und gibt auf ihrer Internetseite sogar Rezepttipps.

Über die Nilgänse im F3 in Fellbach und die Folgen haben wir am 18.7., 19.7. und 20.7.2023 auf SWR4 BW berichtet.

Betreiber von ausgebrannter Eselsmühle lassen sich nicht unterkriegen

Das vordere Gebäude der Eselsmühle ist fast vollständig ausgebrannt. (Foto: SWR, Kerstin Rudat)
Das vordere Gebäude der Eselsmühle ist am Montagmorgen fast vollständig ausgebrannt.

Wenn der halbe Hof abbrennt und man trotzdem hoffnungsvoll nach vorne schaut, da gehört schon einiges dazu. Aber genau so machen es Nathalie Barthels und Meinrad Bauer von der Betreiberfamilie des beliebten Ausflugsziels Eselsmühle in Leinfelden-Echterdingen (Kreis Esslingen). Dort im Siebenmühlental kann man schön wandern, gemütlich radeln oder auch montainbiken. Und wer Durst oder Hunger hat, geht dann zum Beispiel ins Ausflugslokal in die Eselsmühle - aber das ist nun eben ausgebrannt. Stattdessen wird nun zum Beispiel Brot im mobilen Marktwagen vor dem Hof verkauft. Es haben auch schon erste Veranstaltungen wieder stattgefunden. Für die Familie eines Mitarbeiters, die in einer Wohnung in dem ausgebrannten Haus ihr Zuhause hatte, wurde eine Spendenaktion ins Leben gerufen, ebenso für die Eselsmühle selbst.

Die Betreiberfamilie sagt, sie will alles wieder aufbauen. Aber erstmal muss sie warten, bis die Polizei mit ihren Ermittlungen vor Ort fertig ist. Denn im Moment weiß man noch nicht, wie es überhaupt zu dem Feuer kam. Ein Sprecher der Polizei sagte mir, Brandermittlungen dauern erfahrungsgemäß oft etwas länger. Die Kriminaltechniker sind ihm zufolge noch am Arbeiten. Zusätzlich ermittelt ein Brandsachverständiger, der dann auch an die Versicherung berichtet.

Über den Brand in der Eselsmühle und wie die Betreiber damit umgehen, haben wir am 17.7., 18.7., 19.7. und 21.7.2023 in SWR4 BW berichtet.

Millionendiebin ist jetzt ganz schön arm dran

Frau filmt sich auf soziale Netzwerke (Foto: SWR)
Die Millionendiebin: Hier noch mitten drin im Luxusleben, jetzt im Gefängnis.

Eine halbe Stunde für den Diebstahl, dann zwei Monate Luxusleben und nun drei Jahre Knast. Das ist die Geschichte, mit der eine 42 Jahre alte frühere Mitarbeiterin einer Geldtransportfirma Schlagzeilen gemacht hat. Vor dem Landgericht Stuttgart hat sie ausgesagt, sie habe nur aus Liebe zu einem Mann die 1,25 Millionen Euro bei ihrem früheren Arbeitgeber in eine Sporttasche gepackt und sei mit ihrem Freund dann ins Ausland geflüchtet. Von ihrem Luxusleben posteten die beiden Videos in sozialen Medien. Doch die Liebesschwüre des Mannes haben sich dann wohl doch ziemlich schnell als Luftnummer herausgestellt. Zudem wurde international nach der 42-Jährigen gefahndet.

Plötzlich viel Geld haben, idealerweise nicht von einem Raub, sondern mithilfe eines Lottogewinns, davon hat, glaube ich, jeder schon mal geträumt. Damit ließe sich schon viel Schönes machen: neues Handy, teure Uhr, schickes Auto, eine Wohnung oder ein Haus kaufen, Urlaub an traumhaften Stränden... Aber gut, ein Leben in Saus und Braus hat sich für die jetzt verurteilte Millionendiebin sowieso erledigt. Weil sie sich gestellt und ein Geständnis abgelegt hat, muss sie zwar nur für drei Jahre in Haft und nicht länger. Die Beute bleibt aber verschwunden. Und diese 1,25 Millionen Euro muss die 42-Jährige jetzt zurückzahlen - plus Zinsen. Der Stundenlohn für Knastis, die während ihrer Haftzeit arbeiten, liegt zwischen einem und drei Euro.

Über die Millionendiebin und das Urteil haben wir am 17.7. und 18.7.2023 in SWR4 BW berichtet.

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