Nachhaltig, ressourcenschonend, bürgernah, zukunftsträchtig

Wissenschaftswoche "Intelligente Stadt" an der Hochschule für Technik Stuttgart

STAND

Es wird eng in Städten und Metropolregionen wie Stuttgart. Klimaanpassung, Mobilität, Energieversorgung und Wohnraumknappheit. Das wirft Fragen auf, wie das gehen kann und soll.

Antworten auf diese Zukunftsfragen will die Wissenschaftswoche der Hochschule für Technik (HFT) in Stuttgart geben. Dabei werden die neuesten Forschungsergebnisse und praxisnahe Anwendungen unter dem Motto "Intelligente Stadt" präsentiert. Es gilt dabei Ressourcen zu schonen, Daten zu erheben, zu analysieren und Modelle zu entwickeln, wie das funktionieren kann.

Bürger bei der "intelligenten Stadt" mitnehmen

"Transformative Wissenschaft" nennt das Chistina Simon-Philipp. Sie ist Leiterin des Zentrums für nachhaltige Stadtentwicklung an der HFT in Stuttgart. Technik und Digitalisierung reiche allein nicht aus, um eine "Stadt intelligent zu machen".

"Man muss dabei immer die Menschen mitnehmen, die Partizipation in den Vordergrund stellen".

Ein ganzheitliche Stadtentwicklung - baukulturell, städtebaulich, öknomisch, ökologisch und auch sozial nachhaltig - zeichne die "intelligente Stadt" aus, so Simon-Philipp. Es gelte die Herausforderungen Klima und Energieeffizienzsteigerung zu meistern. Auch die Partizipation erfordere digitale Lösungen, meint Dirk Pietruschka, Leiter des Zentrums für Nachhaltige Energietechnik an der HFT bei der Vorstellung der Wissenschaftswoche am Dienstag.

Bosch in Schwieberdingen (Foto: Pressestelle Bosch)
Bosch in Schwieberdingen Pressestelle Bosch

Städtebauentwicklung und Nachhaltig im Gewerbegebiet

Als Beispiel wird in die modernisierungsbedürftige Keltersiedlung in Stuttgart-Zuffenhausen aus den 1930er Jahren angeführt. Mit der digitalen Simulation "SimStadt" der HFT habe man einen Energieleitplan erstellen können, der alles im Blick hatte, was Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit angeht, so die Wissenschaftler des HFT. Auch bei der energieeffizienten, nachhaltigen und wirtschaftlichen Entwicklung des Bosch-Standorts Schwieberdingen hat die HFT mit Messdaten und Analysen geholfen. Nach Unternehmensangaben funktioniere das seit Jahren sehr gut und habe am Standort Schwieberdingen (Kreis Ludwigsburg) viel Geld eingespart. "Alle Beispiele beruhen auf Daten", so Volker Coors, der wissenschaftliche Direktor des Institus für angewandte Forschung, Informatik und Geoinformatik an der HFT.

Bürgerbeteiligung in Stuttgart-Weilimdorf

In Stuttgart-Weilimdorf haben die Wissenschaftler ein digitales Tool für bürgernahe Beteiligungsprozesse entwickelt. Hier ging es zunächst um die Weiterentwicklung eines Sportzentrums in Corona-Zeiten. Man habe das unter Zeitdruck erledigen müssen, betont Tilman Sperle von der Stadtentwicklungsgesellschaft Stuttgart (Steg). Auch wenn das digitale Tool mehr Junge an den zivilgesellschaftlichen Beteiligungsprozess gebunden habe, seien Entscheidungsprozesse im Augenblick allein auf Datenbasis und 3D-Simulation nicht vorstellbar.

"Die Leute wollen sich auch physisch treffen und miteinander reden. Ohne Präsenz geht es nicht und macht auch keinen Spaß!"

Die Online-Angebote seien ein wichtiges Zusatzangebot, wenn es um die "intelligente Stadt der Zukunft" gehe, so Sperle. Das gelte es künftig zu verbessern und weiterzuentwickeln. Da ist sich Christina Simon-Philipp von der HFT sicher.

Wir können als Forscher und Forscherinnen viel Anstöße geben, Ideen einbringen und Reallabore umsetzen, aber was wir letztendlich brauchen, ist politischer Mut. Und der fehlt.

Heidelberg

Ambitioniertes Stadtentwicklungsprojekt PHV Heidelberg - eine Vision wird Realität

Die ehemalige US-Militärfläche Patrick-Henry-Village ist eines der größten Konversionsgebiete in Deutschland, dass in einen neuen Stadtteil umgebaut wird. Noch ist vieles Vision. Aber schon bald sollen die ersten Menschen einziehen.  mehr...

Klimawandel beeinflusst Stadtentwicklung Frischluftzufuhr in Baden-Baden wichtig für Stadtklima

Baden-Baden hat eine neue Stadtklima-Analyse vorgestellt. Sie gibt mit Blick auf den Klimawandel vor, wo gebaut werden darf und wo nicht. Wegen der Kessellage der Stadt ist Frischluft besonders wichtig.  mehr...

Forum Öde Innenstädte - Ist die City noch zu retten?

Claus Heinrich diskutiert mit
Prof. Dr. Donato Acocella, Stadtentwicklungsplaner, Lörrach
Ingrid Hartges, Deutscher Hotel- und Gaststättenverband, Berlin
Claudius Seidl, Redakteur FAZ Berlin  mehr...

SWR2 Forum SWR2

STAND
AUTOR/IN