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Wie finden Landwirte heraus, ob sich ihre Tiere mit der Afrikanischen Schweinepest angesteckt haben? Auf einem Bauernhof in Weil der Stadt (Landkreis Böblingen) wird das geübt.

Befallene Tiere müssen getötet werden, das Fleisch kann nicht mehr zu Lebensmitteln verarbeitet werden: Noch hat die Afrikanische Schweinepest Baden-Württemberg nicht erreicht, doch Experten rechnen auch mit einem Ausbruch der Pest in Deutschland. Deshalb bereiten sich Tierärzte in der Region Stuttgart darauf vor, was zu tun ist, wenn sich Schweine mit der Pest infizieren. Bricht die Afrikanische Schweinepest in Baden-Württemberg aus, müssen nämlich alle Betriebe mit Schweinehaltung schnellstens von Tierärzten untersucht werden.

Verschleppung der Pest soll ausgeschlossen werden

Deshalb probten am Donnerstag das Landratsamt Böblingen sowie die Tierseuchenbekämpfung und der Tiergesundheitsdienst des Landes Baden-Württemberg auf einem Bio-Bauernhof in Weil der Stadt (Kreis Böblingen) den Ernstfall. So soll eine weitere Verschleppung der Pest ausgeschlossen werden.

Tierärzte müssen Blutproben der Schweine nehmen

Wichtig ist dabei, dass die Tierärzte weder Viren mit in den Stall bringen, noch welche mit heraus, falls es auf dem Hof befallene Tiere gibt. Dafür müssen Veterinäre Schutzanzüge anziehen - für jeden Betrieb einen neuen. Dann nehmen die Tierärzte Blutproben von den Schweinen. Die mögen das Prozedere meist gar nicht und quäken laut. Die Blutprobe wird dann im Labor auf die Afrikanische Schweinepest untersucht.

Ende November ist ein Fall der Afrikanischen Schweinepest in Polen nahe der Grenze zu Deutschland aufgetreten. Die Sorge vor einem Ausbruch in Deutschland ist seitdem groß. Denn: Einmal im Land, lässt sich das Virus nur schwer wieder tilgen.

Agrarminister Hauk: Polen-Reisende sollen aufpassen

Deshalb rief Agrarminister Peter Hauk (CDU) Reisende und Fernfahrer zu verantwortungsvollem Verhalten auf. Bei Fahrten aus Polen, Ungarn und Rumänien sollen nach Angaben vom Donnerstag keine Lebensmittel mitgebracht werden, die von Haus- oder Wildschweinen stammen. Reste dürften ausschließlich in verschließbaren Mülleimern entsorgt werden.

Eine Einschleppung der Pest durch Fehlverhalten sei nach wie vor hoch, so der Minister. Fresse ein Wildschwein etwa den Rest eines Wurstbrotes mit dem Erreger, könne sich die Seuche weiter ausbreiten. Neben Lebensmitteln bergen demnach auch verunreinigte Kleidung oder Jagdutensilien ein Risiko.

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