Biomüll soll ausnahmsweise als Restmüll entsorgt werden

Weiter Ärger um nicht abgeholte Mülltonnen im Kreis Ludwigsburg

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Im Kreis Ludwigsburg läuft es beim Thema Müll nicht rund. Tonnen werden teilweise nicht abgeholt und gelieferte Behälter sind vielen zu klein. Nun hat sich der Landrat eingeschaltet.

Mülltonnen (Foto: SWR, Philipp Pfäfflin)
Das neue Entsorgungsunternehmen Alba Süd kommt mit der Leerung von Mülltonnen im Kreis Ludwigsburg nicht hinterher. Teilweise fallen Leerungen aus. Philipp Pfäfflin

Viele Menschen im Kreis Ludwigsburg sind empört. Ihre Restmüll- und Biotonnen quellen über - denn Tausende Tonnen, die bereits vergangene Woche hätten abgeholt werden sollen, stehen immer noch ungeleert am Straßenrand. Das Entsorgungsunternehmen sei neu im Einsatz, kenne die Touren nicht und habe Personalengpässe wegen Corona, hieß es Anfang der Woche vom Landratsamt und dem neuen Entsorgungsunternehmen Alba Süd.

SWR-Reporterin Bernice Tshimanga berichtet:

Leerung fällt aus: Müllsäcke sollen neben die Tonnen gestellt werden

Durch Extraleerungen sollte das Problem gelöst werden. Doch nur einen Tag später teilte das Landratsamt mit: "Erneut konnten viele Bio- und Restmüllbehälter in den vergangenen Tagen nicht wie geplant abgeholt werden. Leider können laut Alba auch keine Nachholtouren mehr gefahren werden." Stattdessen wurde den Anwohnerinnen und Anwohnern mitgeteilt, dass die Tonnen, die eigentlich vergangene Woche hätten geleert werden sollen (Leerungstermin bis einschließlich 8. Januar), nun nicht geleert werden. Stattdessen müssten die Menschen auf den nächsten Leerungstermin warten.

Trennung vorübergehend aufgehoben: Biomüll kommt in den Restmüll

Bis dahin dürften Abfallsäcke neben die Behälter gestellt werden, diese würden dann kostenlos mitgenommen, so das Landratsamt. Außerdem solle Biomüll ausnahmsweise auch in Säcke gepackt und über den Restmüll entsorgt werden dürfen.

"Wir haben ein Windelkind. Ich weiß nicht wohin mit den Windeln."

Wenn der Leerungstermin für die Zeit nach dem 10. Januar angesetzt worden sei und die Tonne danach trotzdem nicht geleert werde, solle man dennoch einen weiteren Tag warten, bittet die Abfallverwertungsgesellschaft des Landkreises (AVL). Erst danach solle die nicht erfolgte Leerung bei der AVL reklamiert werden.

Mülltonnen (Foto: SWR, Philipp Pfäfflin)
Im Kreis Ludwigsburg wird Altglas getrennt gesammelt und am Haus abgeholt. Die dafür verteilten Körbe sind aus Sicht vieler Menschen im Kreis Ludwisburg zu klein. Philipp Pfäfflin

Unmut gibt es auch weiter um die Entsorgung von Altglas. Hier gilt im Kreis Ludwigsburg seit langem ein Abhol-System. Da aber das bisherige System "Flach & Rund" zum Jahreswechsel beendet wurde, sollte mit einem blauen Altglas-Behälter eine Lösung gefunden werden. Standardmäßig haben die neuen Entsorgungsunternehmen PreZero und Kurz an die meisten Haushalte Altglas-Körbe ausgeteilt. Diese seien zu klein, so die Kritik von etlichen Kreisbewohnerinnen und -bewohnern. Außerdem seien die Körbe offen und nicht so einfach zu bewegen wie eine Tonne auf Rädern.

"Die Menschen im Kreis haben einen Anspruch auf einen angemessenen Abfallbehälter."

Aus Sicht des Landratsamts wurde mit den beauftragten Entsorgungsunternehmen vereinbart, dass "auf Wunsch der Nutzer ein kostenloser Größentausch vorzunehmen beziehungsweise ein zusätzlicher Behälter zu stellen ist".

Landrat Allgaier droht mit juristischen Schritten

Doch Anwohnerinnen und Anwohner kritisieren, der Umtausch werde einem extrem schwer gemacht: So gingen beispielsweise Anrufe ins Leere, man müsse sich rechtfertigen und werde hingehalten. Landrat Dietmar Allgaier (CDU) stellt sich auf die Seite der Bürgerinnen und Bürger. Er hat den Unternehmen PreZero und Kurz mittlerweile mit juristischen Schritten gedroht. Da juristische Verfahren meist lang dauern, kündigte er außerdem an, dass es notfalls zu einer sogenannten "Ersatzvornahme" kommen könnte. Das würde bedeuten, dass ein anderes Unternehmen mit der Entsorgung beauftragt und den eigentlichen Vertragspartnern die entstehenden Kosten dann in Rechnung gestellt würde. Doch man stehe weiter im Gespräch mit den beauftragten Unternehmen: Ein Spitzengespräch sei für den 18. Januar angesetzt, so der Landrat gegenüber dem SWR.

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