Aufbau Weihnachtsmartk (Symbolbild) (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Paul Zinken)

Budenzauber entfällt 2021

Stuttgart, Esslingen und Ludwigsburg sagen Weihnachtsmärkte ab

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Die steigenden Corona-Infektionszahlen wirken sich auch auf die Weihnachtsmärkte aus. Nach Ludwigsburg und Esslingen hat auch die Stadt Stuttgart am Montag ihren Weihnachtsmarkt kurzfristig abgesagt.

"Wir haben alles versucht, den Weihnachtsmarkt zu ermöglichen. Nachdem heute aber andere große Weihnachtsmärkte in der Region, gerade auch der Barockweihnachtsmarkt in Ludwigsburg und der Mittelalterliche Weihnachtsmarkt in Esslingen, abgesagt wurden, ziehen wir die Notbremse", teilte der Stuttgarter Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) am Montag mit. Andernfalls wäre aus Stuttgarter Sicht der Besucherandrang unter Corona-Bedingungen voraussichtlich nicht mehr kontrollier- und beherrschbar gewesen.

Hilfe für Gastronomen und Schausteller gefordert

Nopper appellierte an Bund und Land, die Gastronomen und Schausteller, die von den Absagen der Weihnachtsmärkte betroffen sind, mit Corona-Hilfsmaßnahmen zu unterstützen. "Es handelt sich ganz überwiegend um kleine Familienbetriebe, die infolge der Pandemie in ihrer Existenz bedroht sind, in diesem Winter nun noch schlimmer als zuvor." Der Weihnachtsmarkt in Stuttgart sollte am 24. November öffnen und bis Ende Dezember dauern.

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Esslingen: Intensivbetten ausgelastet

Die pandemische Lage in Esslingen und der Region habe sich weiter zugespitzt, heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Alle verfügbaren Intensivbetten des Klinikum Esslingens sind demnach derzeit ausgelastet. Der Geschäftsführer des Klinikums Matthias Ziegler erklärte: "Wir sind dringend darauf angewiesen, dass sich die Anzahl der Covid-Patienten nicht noch weiter erhöht und müssen die medizinischen Versorgungskapazitäten sicherstellen".

"Überlastung der Kliniken vermeiden"

Oberbürgermeister Matthias Klopfer (SPD) steht hinter der Klinikleitung. "Wir müssen dringend eine Überlastung der Kliniken verhindern. Es ist schade, dass damit auch die Absage des Mittelalter- und Weihnachtsmarktes leider unausweichlich ist. Die Entwicklung der letzten Tage und die daraus resultierenden Aussichten auf die nächsten Wochen hat die Entscheidung jedoch unumgänglich gemacht", begründete Klopfer den Schritt. 

Aufbau jäh gestoppt

Der Aufbau der über 100 Weihnachtsmarktstände war am Montag noch voll in Gange, am Dienstagnachmittag hätte der Markt eröffnet werden sollen. Um große Besucheransammlungen zu vermeiden, wollte die Stadt Esslingen beim Mittelalter- und Weihnachtsmarkt bereits zuvor auf die eine oder andere Mitmachaktion in diesem Jahr verzichten. Badezuber, Künstlerbühnen, interaktive Angebote wie auch das Mäuseroulette sollte es 2021 nicht geben.

Auch der Geschäftsführer der Esslingen Markt und Event GmbH, Michael Metzler, betonte, dass die Absage sein müsse und appellierte im Zuge der zunehmenden Absagen in der Region an die Verantwortlichen in der Politik, für die Händler und Betroffenen wirtschaftliche Hilfsprogramme aufzulegen.

Auch Ludwigsburger Weihnachtsmarkt abgesagt

Der Geschäftsführer des Klinikums in Ludwigsburg, Jörg Martin, erklärte: "Wir stehen kurz vor einer Überlastung unserer medizinischen Versorgungskapazitäten und müssen dringend gegensteuern." Vor diesem Hintergrund hatten Landrat Dietmar Allgaier (CDU) und das Gesundheitsamt des Landkreises die dringende Empfehlung ausgesprochen, den Ludwigsburger Barock-Weihnachtsmarkt abzusagen. Ludwigsburgs Oberbürgermeister Matthias Knecht (parteilos) begründete den Schritt: "Wir stehen in der Verantwortung, eine Überlastung der Kliniken zu vermeiden. Es tut unheimlich weh, dass damit auch die Absage des Ludwigsburger Weihnachtsmarktes unumgänglich ist."

In Ludwigsburg hofften die Veranstalter bis zuletzt, dass alles wie geplant stattfinden kann. Eine kurzfristige Absage des Barock-Weihnachtsmarkts hielten sie für "desaströs", so Elmar Kunz von Tourismus und Events Ludwigsburg.

Böblingen und Schorndorf haben abgesagt

Am Montagmittag hatte Böblingen seinen Weihnachtsmarkt "Adventszauber" abgesagt. " Die Lage spitzt sich weiter zu," so Oberbürgermeister Stefan Belz (Grüne) mit Blick auf die Coronafallzahlen und -inzidenzen. Am Montagabend dann die Absage auch aus Schorndorf: Eine Durchführung  des Weihnachtsmarktes werde immer schwieriger umsetzbar, hieß es in einer Mitteilung. "Wir wollen keinen Weihnachtsmarkt um jeden Preis", sagt Erster Bürgermeister Thorsten Englert. Eigentlich hätte der Schorndorfer Weihnachtsmarkt am kommenden Samstag, 27. November, eröffnet werden sollen.

Vorherige Absagen bereits in Göppingen und Leonberg

Bereits in der vergangenen Wochen hat die Stadt Göppingen ihren Weihnachtsmarkt abgesagt. Angesichts steigender Infektionszahlen könne der "Göppinger Advent" nicht wie geplant durchgeführt werden, hieß es aus dem Rathaus. "Aufgrund der voll belegten Intensivbetten in den Kliniken erscheint die Durchführung des Göppinger Advents leider nicht mehr verantwortbar", so die Begründung der Absage des Weihnachtsmarkts. Auch in Leonberg werden die Weihnachtsmärkte aus den gleichen Gründen nicht stattfinden.

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