Der Weihnachtsmarkt 2019 in Stuttgart (Foto: dpa Bildfunk, picture alliancedpa  Christoph Schmidt)

Kehrtwende kurz vor Eröffnung

Corona-Lage: Weihnachtsmärkte in Stuttgart, Ludwigsburg und Esslingen abgesagt

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Bis zuletzt hatte man an Konzepten zum Infektionsschutz gefeilt und Buden aufgebaut. Nun hielten die Verantwortlichen eine Eröffnung doch nicht mehr für vertretbar.

Baden-Württembergs Landeshauptstadt Stuttgart hat am Montagabend ihren Weihnachtsmarkt abgesagt. "Wir haben alles versucht, den Weihnachtsmarkt zu ermöglichen. Nachdem heute aber andere große Weihnachtsmärkte in der Region, gerade auch der Barockweihnachtsmarkt in Ludwigsburg und der Mittelalterliche Weihnachtsmarkt in Esslingen, abgesagt wurden, ziehen wir die Notbremse", sagte der Stuttgarter Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU). Noch am Donnerstag hatte die Stadtverwaltung nach Beratungen mit dem Gemeinderat bekannt gegeben, den Weihnachtsmarkt am Mittwoch eröffnen zu wollen.

Weihnachtsmarkt (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa | Jan-Philipp Strobel)
Der Weihnachtsmarkt in Esslingen vor der Pandemie - am Dienstag sollte er in abgespeckter Version eröffnen. Nun wurde er doch noch abgesagt. (Archiv) picture alliance / dpa | Jan-Philipp Strobel

Zuerst kamen die Absagen aus Ludwigsburg und Esslingen

Der Stuttgarter Kehrtwende gingen Meldungen aus Ludwigsburg und Esslingen voraus. Nur wenige Stunden vor Eröffnung ihrer Märkte am Dienstag, 23.11., gaben beide Städte nun doch die Absage bekannt. Zunächst hatte am Mittag Esslingen mit Verweis auf die Lage im Klinikum seinen Weihnachtsmarkt abgesagt.

In Ludwigsburg zog man wenig später nach. Der "Ludwigsburger Kreiszeitung" sagte der Geschäftsführer des städtischen Tourismus- und Eventbetriebs, Mario Kreh: "Wir sind sehr enttäuscht, aber die Lage hat sich so verändert, dass es nicht anders geht." Man könne keinen Weihnachtsmarkt veranstalten, wenn wenige hundert Meter weiter die Bundeswehr im Klinikum mithelfen müsse.

Enormer Besucherandrang in Stuttgart befürchtet

In Stuttgart fürchtete man nach den Absagen in Ludwigsburg und Esslingen, einen enormen Besucherandrang. Dieser wäre unter Corona-Bedingungen voraussichtlich nicht mehr kontrollier- und beherrschbar, sagte Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU). Er appellierte außerdem an Bund und Land, die Gastronomen und Schausteller, die von den Absagen der Weihnachtsmärkte betroffen sind, mit Corona-Hilfsmaßnahmen zu unterstützen. "Es handelt sich ganz überwiegend um kleine Familienbetriebe, die infolge der Pandemie in ihrer Existenz bedroht sind, in diesem Winter nun noch schlimmer als zuvor." Der Weihnachtsmarkt in Stuttgart sollte am 24. November öffnen und bis zum 30. Dezember dauern. Vor der Pandemie besuchten rund vier Millionen Menschen jährlich den Stuttgarter Weihachtsmarkt.

"Göppinger Advent" und Weihnachtsmärkte Leonberg abgesagt

In der Region hatte Göppingen bereits am Mittwoch seinen Weihnachtsmarkt abgesagt. Angesichts steigender Infektionszahlen könne der "Göppinger Advent" nicht wie geplant durchgeführt werden, hieß es aus dem Rathaus. "Aufgrund der voll belegten Intensivbetten in den Kliniken erscheint die Durchführung des Göppinger Advents leider nicht mehr verantwortbar", so die Begründung der Absage des Weihnachtsmarkts. Auch in Leonberg wurden die Weihnachtsmärkte für dieses Jahr wegen der hohen Corona-Zahlen und der stark belegten Klinikbetten abgesagt. Eine Veranstaltung in dieser Größenordnung stattfinden zu lassen, wäre das falsche Signal gewesen, so Leonbergs Oberbürgermeistr Martin Georg Cohn (SPD).

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SWR