Ein angezündetes Wattestäbchen hat einen Wohnungsbrand in Ditzingen (Kreis Ludwigsburg) verursacht. Die Feuerwehr konnte den Brand zwar relativ schnell löschen, aber es entstanden trotzdem rund 350.000 Euro Sachschaden. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Monika Skolimowska)

Brand im Kreis Ludwigsburg

Nach Wattestäbchen-Brand in Ditzingen: Aufbauarbeiten dürften lange dauern

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Eine 14-Jährige hatte mit einem angezündeten Wattestäbchen einen Brand ausgelöst. Bis die Familie wieder einziehen kann, könnte es Monate dauern, schätzt der Kreisbrandmeister.

Kleine Ursache, große Wirkung - das trifft auf den Brand zu, der sich am Montagabend in Ditzingen (Kreis Ludwigsburg) ereignet hat.

Laut Polizei hat eine jugendliche Bewohnerin in einem Mehrfamilienhaus ein Wattestäbchen in den Mülleimer geworfen, dass sie zuvor angezündet hatte und von dem sie glaubte, es vollständig gelöscht zu haben. Das war aber offenbar nicht der Fall. Die Wohnung begann zu brennen, es entstand ein Schaden von rund 350.000 Euro.

Wohnungsbrand durch angezündetes Wattestäbchen: Das Brandzimmer (Foto: Feuerwehr Ditzingen)
Feuerwehr Ditzingen

Kreisbrandmeister: "Drei Monate sind keine Zeit"

Der Ludwigsburger Kreisbrandmeister Andy Dorroch geht davon aus, dass es Monate dauern könnte, bis die Familie wieder in ihre Wohnung einziehen kann. Genau lasse sich so etwas zwar nicht sagen, da der Wiederaufbau nach einem Brand von viele Faktoren abhänge.

"Drei Monate sind da aber keine Zeit", sagte Dorroch dem SWR. Zum Beispiel müssten wegen der Giftstoffe nach einem Brand Messungen und Säuberungen durchgeführt werden, auch das Löschwascher richte Schaden an und könne zu Schimmelbildung führen. "Das ist schon alles sehr aufwendig", so Dorroch.

Mädchen wird vernommen

Die Polizei ermittelt in dem Fall wegen fahrlässiger Brandstiftung. Bis Ende dieser Woche soll die Jugendliche vernommen werden, sagte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Ludwigsburg dem SWR.

"Vorausgesetzt, es war keine Absicht, sondern wirklich eine Dummheit, kann ich mir gut vorstellen, dass es dem Kind nicht gut geht und es sich große Gedanken und Vorwürfe macht", sagte Kreisbrandmeister Dorroch. "Da hoffe ich, dass das Mädchen gut aufgefangen wird von ihrer Familie und ihren Freunden."

Kreisbrandmeister: Mehr Brände durch soziale Medien

Warum die Jugendliche das Wattestäbchen überhaupt angezündet hat, ist offen. In den sozialen Netzwerken wie Tiktok kursieren Videos zum Zündeln mit Wattestäbchen. In Ditzingen gibt es aber bislang keinerlei Hinweise darauf, dass der Brand mit solchen Videos im Zusammenhang steht.

Unabhängig von dem Einzelfall beobachtet Kreisbrandmeister Dorroch in der letzten Zeit eine Zunahme von Bränden, die auf Videos in den sozialen Netzwerken zurückgehen.

Rat an Eltern: Feuer nicht verteufeln

"Wir haben tatsächlich in den letzten ein bis zwei Jahren festgestellt, dass es immer wieder ähnliche Brandereignisse gab, zuletzt Brände in Schultoiletten, die offensichtlich zurückzuführen sind auf Hinweise aus den Social-Media-Kanälen", sagte Dorroch. Er hoffe auf die Vernunft von Jugendlichen im Umgang mit Feuer.

Außerdem hält Dorroch es für wichtig, dass Eltern und Lehrkräfte Feuer nicht verteufeln, sondern Kindern einen verantwortungsvollen Umgang damit zeigen. "Zum Beispiel beim Adventskranz: Ich bin kein Freund von LED-Lichtern", so Dorroch. Lieber sollten Lehrkräfte oder Eltern Kindern ganz bewusst zeigen, wie man die Kerzen auf dem Kranz richtig anzündet - und dass Kerzen eben niemals unbeaufsichtigt bleiben dürfen.

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