Warnstreik von GEW, verdi und anderen Gruppen in Stuttgart (Foto: SWR, Vanessa Sieck)

Dritte Verhandlungsrunde findet am Wochenende statt

Hunderte Beschäftigte bei Warnstreik im Öffentlichen Dienst in Stuttgart

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Landesbeschäftigte haben am Freitag für mehr Lohn und gegen Vertragsbefristungen im Öffentliche Dienst protestiert. Zu den Warnstreiks hatten mehrere Gewerkschaften aufgerufen.

Warnstreik von GEW, verdi und GdP in Stuttgart (Foto: SWR, Vanessa Sieck)
An der Demonstration in der Stuttgarter Innenstadt haben laut Gewerkschaft Ver.di rund 600 Personen teilgenommen. Vanessa Sieck

Insgesamt rund 600 Streikende machten laut Gewerkschaft Ver.di in der Innenstadt lautstark auf ihre Forderungen aufmerksam. Mit dem Warnstreiktag in Stuttgart, der Teil einer landesweiten Warnstreikwoche ist, wollten die Gewerkschaften vor der dritten Verhandlungsrunde am Wochenende noch einmal den Druck auf die Länder erhöhen. Seit Anfang Oktober verhandeln die Gewerkschaften mit den Ländern. Sie fordern für die Beschäftigten im Öffentlichen Dienst fünf Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 150 Euro monatlich. Außerdem richtet sich die GEW gegen befristete Verträge im Öffentlichen Dienst. Besonders betroffen sei neben der Wissenschaft auch das Schulwesen. Allein in Baden-Württemberg ist laut Gewerkschaftsangaben jede vierte tarifbeschäftigte Lehrkraft nur befristet beschäftigt.

Beschäftigte im Gesundheitswesen sollen mehr Geld bekommen

Bei der Kundgebung auf dem Stuttgarter Schlossplatz machte der Ver.di-Vorsitzende und Verhandlungsführer Frank Werneke deutlich, dass bei einer Inflationsrate von über drei Prozent die Forderungen durchaus realistisch seien. Man müsse die Kaufkraft der Leute erhalten. Beschäftigte im Gesundheitswesen sollen nach dem Willen der Gewerkschaft 300 Euro mehr im Monat bekommen.

"Für die Kolleginnen und Kollegen im Gesundheitswesen, die nicht nur in der Corona-Pandemie, sondern auch davor und danach Außerordentliches leisten, wollen wir eine deutlich bessere Bezahlung durchsetzen."  

Nach Gewerkschaftsangaben sind von der Tarifrunde bundesweit 1,1 Millionen Tarifbeschäftigte betroffen, darunter 200.000 tarifbeschäftigte Lehrkräfte. Die Verhandlungen gehen am 27. und 28. November in die dritte und möglicherweise abschließende Runde.

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