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Mehr Menschen aus dem Großraum Stuttgart fahren Bus und Bahn. Mit der Tarifreform und dem Firmen-Ticket hat der Stuttgarter Verkehrsverbund im vergangenen Jahr einen großen Schritt getan. Im Sommer soll es ein neues Angebot für Senioren geben.

Die Busse und Bahnen des Verkehrs- und Tarifverbunds Stuttgart (VVS) werden immer stärker genutzt. Das belegen die am Freitag bekannt gegebenen Fahrgastzahlen: 2019 zählte die VVS-Verkaufsstatistik rund 395 Millionen Fahrten und damit 10,6 Millionen mehr als im Vorjahr. "Das entspricht pro Werktag 50.000 Fahrten mehr, weil der VVS den Tarif vereinfacht hat und in vielen Fällen kostengünstiger anbietet", sagte Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne), der auch Vorstandsvorsitzender des VVS ist.

Kuhn: Stuttgarter sollen Nahverkehr nutzen

Er sprach von einem "klaren Umsteuern": "In Stuttgart bewegst du dich mit dem ÖPNV oder mit dem Fahrrad - Auto fahren in die City ist nicht mehr so ganz die beste Idee." Der Verbund schneide mit seinem Wachstum auch im Bundesvergleich gut ab: Während seine Fahrgastzahlen um 2,8 Prozent wuchsen, legten die deutschen Verkehrsverbünde 2019 im Schnitt lediglich um 0,3 Prozent zu.

Im April sollen die VVS-Ticketpreise um 1,9 Prozent steigen. So günstig wie in Stuttgart sei das Tagesticket (5 Euro als Handyticket, ohne 5,20 Euro) derzeit nirgends zu haben, sagte VVS-Geschäftsführer Thomas Hachenberger. Zum Vergleich: In Berlin zahlen die Menschen dafür 8,60 Euro, in Bremen 8,30 Euro und in Köln 8,80 Euro.

Land will keine Preiserhöhung für die VVS (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Edith Geuppert/dpa)
5,20 Euro kostet ein Tagesticket, digital 5 Euro. (Archivbild) picture alliance/Edith Geuppert/dpa

Tarifreform wirkte sich positiv auf Fahrgastzahlen aus

Die zum Teil gesunkenen Ticketpreise und die steigenden Fahrgastzahlen sind aus Sicht der VVS-Verantwortlichen vor allem das Ergebnis der großen Tarifreform. Seit April 2019 gibt es in Stuttgart statt der bisher 52 Zonen nur noch sehr übersichtliche fünf Tarif-Ringe. Stuttgart selbst ist nur noch eine einzige Zone. Die Tickets für Menschen, die in die Stadt fahren, kosten dadurch rund ein Viertel weniger, wie Hachenberger erklärte.

Auch das Firmen-Ticket sei ein voller Erfolg, fügte VVS-Geschäftsführer Horst Stammler hinzu. Im Berufsverkehr seien die Fahrgastzahlen um 5,6 Prozent gestiegen, mehr als 93.000 Arbeitnehmer nutzten mittlerweile das Firmen-Ticket, mehr als 1.000 Unternehmen zahlten dafür einen Zuschuss.

Grafik der neuen VVS-Tarifstruktur (Foto: VVS)
Die Zoneneinteilung, die im April eingeführt wurde. VVS

Senioren können Führerschein gegen Jahresticket tauschen

Auch Stuttgarter Senioren sollen bald sparen können: Vom Sommer an können sie, wenn sie ihren Führerschein abgeben, dafür ein Jahresticket des VVS erhalten. Über das genaue Prozedere will der Verbund noch informieren, denn bei der Abgabe des Führerscheins müssen auch die Behörden eingeschaltet werden. Im Landkreis Ludwigsburg läuft das Projekt bereits seit 2015 - dort haben es bisher 2.500 Senioren genutzt.

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