Eintauchen in Meereswelten im Schwimmbad

Virtual-Reality-Schnorcheln im "Fildorado" in Filderstadt

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Schillernde Korallen und bunte Muscheln, Fische oder Wale - um Unterwasserwelten zu erleben, braucht es keine Reise um die halbe Welt, das geht auch in Filderstadt.

Im Erlebnisbad "Fildorado" in Filderstadt (Kreis Esslingen) wird derzeit ein spezielles dreidimensionales Unterwasser-Erlebnis getestet. Es handele sich dabei um ein "hochkomplexes Tracking-System", so Bernd Kaltenbach von der Firma kabetec aus Schonach im Schwarzwald, die die VR-Brillen im Fildorado stellt.

Frei schwimmen und dabei per Virtual Reality in Unterwasserwelten abtauchen ist im Fildorado möglich. (Foto: SWR)
Frei schwimmen und dabei per Virtual Reality in Unterwasserwelten abtauchen ist im Fildorado möglich.

Seit August letzten Jahres gibt es das Angebot. Es wird ständig geprüft und verbessert, im Hintergrund wird die Software fortlaufend weiterentwickelt. Interessierte können es für 30 Minuten buchen; das Abtauchen in Unterwasserwelten findet jeden Freitag statt.

Gemeinsam den Ozean erleben

Angebote zum sogenannten Virtual-Reality-Schnorcheln gibt es schon seit einigen Jahren in vielen Schwimmbädern in ganz Deutschland. Laut des Anbieters ist das System, wie es im Filderstädter Schwimmbad eingesetzt wird, aber einmalig, weil die Nutzerinnen und Nutzer sich frei bewegen können und andere Teilnehmende auch ins Szenario integriert werden. "Das System erlaubt, mehrere Schnorchler in einem Becken zu orten. Und sie sehen sich dann gegenseitig als Avatare", so Kaltenbach. Erstmals getestet wurde das kabetec-System 2020 in der Therme im bayerischen Erding.

Korallen und die anderen Schwimmer als Teil des Szenarios - so kann der Blick durch die VR-Brille aussehen. (Foto: SWR)
Korallen und die anderen Schwimmer als Teil des Szenarios - so kann der Blick durch die VR-Brille aussehen.

Das war ein wirklich schönes Erlebnis! Hat Spaß gemacht!

Weitere Szenarien in der Entwicklung

Andere Systeme könnten nur jeweils alleine genutzt werden. Hier seien die Nutzer angebunden oder irgendwie im Wasser fixiert und es werde ihnen über eine 360-Grad-VR-Brille ein Film gezeigt. Beim im Filderstadt eingesetzten System ähnelt die simulierte Meereswelt grafisch einem Computerspiel, ist also nicht HD. Dafür entscheidet die schwimmende Person durch ihre Bewegung, was sie wie sieht. Beckenbegrenzungen und Hindernisse werden frühzeitig durch "Warndreiecke" angezeigt, der Bewegungsradius ist also jederzeit definiert. In Ebenen tiefer abzutauchen und den Korallen nahe zu kommen ist jedoch nicht möglich. Derzeit sind drei Szenarien möglich, weitere befänden sich in der Entwicklung. So wird es in Zukunft sicherlich möglich sein, nicht nur mit Walen zu schwimmen, sondern auch mit Haien, sagt Bernd Kaltenbach.

Man entwickelt auch Adrenalin wie beim echten Tauchen, wo man ja auch nicht weiß, was jetzt kommt.

Interessant ist das System nicht nur für Schwimmbäder. Auch die Tourismus-Branche ist interessiert. Dafür müssen aber auch mögliche Gefahren begleitend erforscht werden. Welche Auswirkungen hat das System beispielsweise auf Körper und Psyche? Wie reagiert das System beziehungsweise kann man es reagieren lassen, wenn ein Teilnehmer auf einen Hai zuschwimmt? Dazu wird das Projekt von einer Hochschule begleitet. Zudem wird weiterhin an der Technik geforscht, weil sie möglicherweise gut die "echte" Delfin-Therapie ersetzen oder ergänzen könnte.

Die ganze Vielfalt der Ozeane im Schwimmbecken. (Foto: SWR)
Die ganze Vielfalt der Ozeane im Schwimmbecken.

Für manche Teilnehmer fehlen nur noch Interaktionsmöglichkeiten

Geht es nach den begeisterten Teilnehmern an diesem Nachmittag, dann könnte auch gerne noch eine Dimension entwickelt werden: "Toll wäre, wenn die Avatare auch interagieren könnten und man seine Hände und Schwimmbewegungen in Echtzeit sehen könnte", so einer der Teilnehmer.

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