Hochansteckende Tierkrankheit

RHD-2-Virus bedroht Kaninchen im Rems-Murr-Kreis

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Das RHD-2-Virus ist hoch ansteckend und sehr gefährlich für Kaninchen. Im Remstal sind bereits mehrere Tiere gestorben. Was können Tierbesitzer tun?

Der Tod kommt schnell: Die Inkubationszeit beim RHD-2-Virus - Tierärzte sprechen auch von der sogenannten Chinaseuche - beträgt nur einen halben bis einen Tag. Die Kaninchen zeigen fast keine Symptome bevor sie innerhalb von ein bis zwei Tagen sterben.

Tina Schwabe ist Tierärztin in Schorndorf (Rems-Murr-Kreis). In den vergangenen drei Wochen hat sie mehrere erkrankte oder verstorbene Tiere in der Praxis gehabt. "Das ist das Schlimme an diesem Erreger, dass man meistens nichts merkt", sagte die Tierärztin am Dienstag im SWR-Interview. Das Kaninchen sitze morgens munter im Stall und sei abends tot. Manche Tiere seien höchstens etwas apathisch oder fressen schlecht.

Seit drei Wochen tote Kaninchen im Remstal

Vor drei Wochen kamen die ersten Tierhalter in die Schorndorfer Tierarzt-Praxis, deren Kaninchen bereits gestorben waren. "Dann kam direkt die Nächste, die hatte einen größeren Kaninchen-Bestand und da waren mehrere Tiere gestorben", so Tina Schwabe. Da war klar, dass das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt mit Sitz in Fellbach (Rems-Murr-Kreis) dem nachgehen musste. Dort arbeitet der Ehemann der Tierärztin, Ingo Schwabe. Von ihm erfuhr sie, dass es 20 bekannte Kaninchen-Todesfälle wegen des Virus in den vergangenen Tagen gegeben hat, vor allem im Rems-Murr-Kreis und im Kreis Esslingen. Und es höre nicht auf: Am Montag seien erneut tote Kaninchen angeliefert worden. Vermutlich handele es sich nur um "die Spitze des Eisbergs", da nur ein Bruchteil der Halterinnen und Halter ihre Tiere obduzieren lassen.

Das hoch ansteckende RHD-2-Virus ist bereits mehrfach im Remstal aufgetreten. Im Bild sind mehrere schwarze Kaninchen in einem Stall zu sehen. (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Das hoch ansteckende RHD-2-Virus ist bereits mehrfach im Remstal aufgetreten. Picture Alliance

Übertragung von RHD-2-Virus auf mehreren Wegen möglich

Das RHD-2-Virus ist hoch ansteckend. Die Übertragung kann von Tier zu Tier erfolgen, aber auch über das Futter oder Urin und Kot befallener Kaninchen. Selbst der Mensch kann das Virus weitergeben - für den Menschen selbst halten Experten das Virus aber nicht gefährlich. Auch Stechmücken und andere Insekten können RHD-2 weitertragen.

Tierärztin empfiehlt impfen

Die Tierärztin empfiehlt Halterinnen und Haltern, ihre Tiere schnell impfen zu lassen. Der Impfstoff würde innerhalb einer Woche einen Schutz bieten. Die betroffenen Kaninchen waren alle ungeimpft.

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