Einkaufen - mit Einkaufstaschen unterwegs (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Wie kommt der Einzelhandel schnell wieder auf die Beine?

Handel in der Coronakrise - verkaufsoffene Sonntage sollen Geschäft ankurbeln

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Der Lockdown in der Coronakrise hat dem Einzelhandel stark zugesetzt. Ist ein verkaufsoffener Sonntag die Lösung, um das Geschäft wieder anzukurbeln und um Verluste wieder auszugleichen? Hierzu sind die Meinungen gespalten.

Um seine Verluste aus der Coronaschließung ein bisschen aufzufangen, würde der Geschäftsführer von Lederwaren Acker in Stuttgart auch gerne an manchen Sonntagen öffnen. Momentan habe sein Geschäft relativ frei offen, sagte er dem SWR. Ohne Tests aber mit Maske und bei eingeschränkter Kundenzahl könne man kommen. Aber er würde gerne noch mehr tun - für bessere Verkaufszahlen.

Wenn ich die Möglichkeit habe sonntags zu öffnen, dann ist das gar keine Frage, dass ich in den Laden komme und schaue, dass ich den Umsatz ankurble.

Unterstützung auch vom Handelsverband

Achenbach erhält bei seinem Wunsch auch Unterstützung vom Handelsverband Baden-Württemberg. Dieser betont seit Jahren, dass die Regelungen für den verkaufsoffenen Sonntag zu streng seien. "Nur dreimal im Jahr und nur, wenn wirklich genügend Leute in die Innenstadt kommen, ist ein offener Sonntag erlaubt" sagt Sabine Hagmann vom Handelsverband. Jetzt durch die Coronakrise wünscht sie sich, dass die Geschäfte zumindest für das restliche Jahr an manchen Sonntagen öffnen dürfen. Denn die staatlichen Hilfen hätten lediglich 20 bis 50 Prozent der Einbußen bei den Schließungen auffangen können.

Wir wollen einige wenige verkaufsoffene Sonntage durchführen dürfen.

Gewerkschaften und Kirche wehren sich

Die Gewerkschaften kritisieren, dass sich ein verkaufsoffener Sonntag nur für die großen Geschäfte in der Innenstadt lohnen würde. Es laufe nur dort, wo es auch sonntags genügend Laufkundschaft gäbe. Auch der Stuttgarter Stadtdekan Christian Hermes wehrt sich seit Jahren gegen die Forderungen nach Sonntagsöffnungen. Es würde sich gar nicht so sehr rentieren, wie viele glauben. Außerdem gelte es auch die Angestellten in den Geschäften zu schützen.

Seit Jahren versuchen die Handelsverbände den Sonntagsschutz madig zu machen, zu durchlöchern und letzlich zu beseitigen.

Im Juli wollen Vertreter des Einzelhandels mit Oberbürgermeister Frank Nopper über eine mögliche Sonntagsöffnung in Stuttgart verhandeln.

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