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Vor über 25 Jahren ist in Sindelfingen eine Frau erstochen worden. DNA-Spuren deuteten auf einen heute 71-jährigen Ex-Manager hin. Ein Gericht verurteilte ihn nun wegen Mordes.

Lange war vor dem Landgericht Stuttgart prozessiert worden. Am Mittwoch hat das Gericht ein Urteil gesprochen: Mehr als 25 Jahre nach dem Mord an einer jungen Frau in Sindelfingen (Kreis Böblingen) ist der angeklagte 71-jährige Mann zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Ex-Manager die damals 35-jährige Frau am 14. Juli 1995 in der Nähe der S-Bahn-Haltestelle Goldberg brutal mit mehreren Messerstichen getötet hatte.

"Wir sind von ihrer Täterschaft ohne Zweifel überzeugt."

Wie der vorsitzende Richter Norbert Winkelmann in der Urteilsbegründung weiter ausführte, sei das Motiv der Tat jedoch unklar geblieben. Der Angeklagte hatte sich auch dazu nicht geäußert.

US-Soldaten waren Zeugen der Tat

Die Richter folgten in ihrem Urteil der Forderung der Staatsanwaltschaft, für die es Mord aus Heimtücke war. Der Ex-Manager lebte zum Tatzeitpunkt im Kreis Böblingen. Die Tat war damals von vorbeifahrenden US-Soldaten beobachtet worden. Außerdem waren DNA-Spuren des Angeklagten an den Fingernägeln der Toten gefunden worden. Der Angeklagte bestritt die Tat, brach zuletzt sein langes Schweigen und sprach von mangelhafter Ermittlungsarbeit. Die Verteidigung forderte deshalb Freispruch.

DNA-Spuren

Der Mann war laut Stuttgarter Staatsanwaltschaft bereits 1995 ins Visier der Ermittler geraten. Zeugen wollten sein Auto in Tatortnähe gesichtet haben. Die Ermittlungen liefen damals allerdings ins Leere. Erst durch neue kriminaltechnische Methoden konnten seine DNA-Spuren nachgewiesen werden. Im Februar 2020 nahmen Polizisten daher den Mann in Hamburg fest, er kam in Untersuchungshaft.

Bereits 2007 wegen Totschlags verurteilt

Der 71-Jährige hatte in seinem Leben überwiegend im kaufmännischen Bereich gearbeitet. Der Mann war bereits im Jahr 2007 wegen Totschlags einer Ladenbetreiberin und räuberischer Erpressung verurteilt. Der Mann erhielt damals nach Angaben eines Landgerichtssprechers eine Freiheitsstrafe von zwölf Jahren und sechs Monaten - 2016 wurde er entlassen. Nun also die erneute Verurteilung.

"Der Angeklagte hat das Recht, beim Bundesgerichtshof Revision einzulegen und das Urteil überprüfen zu lassen."

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