STAND

Fremdwörter, verschachtelte Sätze, Wortungetüme - Kommunikationsexperten bemängeln die Pressemitteilungen des Bundes zur Corona-Pandemie.

Experten der Universität Hohenheim in Stuttgart haben die Pressemitteilungen der Bundesregierung zur Corona-Pandemie als zu unverständlich kritisiert. "In Krisenzeiten suchen Menschen Informationen und Orientierung. Regierungen sollten beides liefern. Und zwar in einer auch für Laien verständlichen Form", erklärte Universitätsprofessor Frank Brettschneider. "Informationen zur Corona-Pandemie und zu den staatlichen Schutzmaßnahmen sollten besonders verständlich sein. Sie sind es aber nicht."

Mehr als 1.300 Pressemitteilungen analysiert

Für die Studie, die am Dienstag veröffentlicht wurde, wurden den Angaben nach alle 1.362 Pressemitteilungen der Regierung mit Corona-Bezug im Zeitraum März 2020 bis Januar 2021 analysiert. Noch am verständlichsten waren demnach die Mitteilungen des Verkehrsministeriums, am unverständlichsten die des Justizministeriums. Nach Themen geordnet wurde der Bereich "Soziales und Alltag" am unverständlichsten kommuniziert, am verständlichsten waren Presseerklärungen im Bereich "Kitas, Schule und Uni".

Unerklärte Begriffe und seltsame Wortschöpfungen

Keine Seltenheit seien in den Mitteilungen Schachtelsätze mit 40 bis 50 Wörtern. Schwieriger zu verstehen würden Texte außerdem durch unerklärte Begriffe wie "Corona Matching Fazilität", "Stratifikation" oder "Containment Scouts" sowie durch Wortzusammensetzungen wie "Gesundheitsversorgungsweiterentwicklungsgesetz", "Covid-19-Krankenhausentlastungsgesetz", oder "First-In-First-Out-Abverkaufs-Prinzip". Nicht selbsterklärend seien zudem Wortschöpfungen wie "Covid-19 Evidenz-Ökosystem", "Corona-Toolbox" oder "Corona Audio Campaign".

Experten setzen eigene Analysesoftware ein

Die Wissenschaftler setzten in ihrer Studie eine Analysesoftware ein, die von ihnen mitentwickelt wurde. Diese erfasst bestimmte Faktoren, die für die Lesbarkeit und Verständlichkeit von Texten relevant sind. Das Ergebnis wird dann als Indexwert von null bis 20 ausgewiesen. Die Pressemitteilungen der Regierung zur Corona-Krise weisen einen Indexwert von 7,4 auf. Anzustreben wäre demnach ein Wert von 14, etwa auf dem Niveau der Politikbeiträge überregionaler Zeitungen.

Baden-Württemberg

Sinkende Inzidenz im Land Justizminister Wolf fordert Überprüfung von Corona-Maßnahmen in Baden-Württemberg

Angesichts sinkender Corona-Zahlen fordert Baden-Württembergs Justizminister Wolf laut einem Bericht, die Lockdown-Maßnahmen auf Verhältnismäßigkeit zu überprüfen. Sonst riskiere man, Vertrauen zu verspielen. Das Staatsministerium reagiert zurückhaltend.  mehr...

Baden-Württemberg

Das Coronavirus und die Folgen für das Land Live-Blog zum Coronavirus in BW: Sieben-Tage-Inzidenz steigt weiter leicht an

Das Coronavirus bestimmt den Alltag der Menschen im Land. Im Live-Blog fassen wir die neuesten Entwicklungen rund um die Pandemie und die Beschränkungen zusammen.  mehr...

STAND
AUTOR/IN