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Hat der parteiunabhängige OB-Kandidat Marian Schreier zu verbotenen Mitteln gegriffen, um kurz vor der Wahl am Sonntag auf sich aufmerksam zu machen? Fotos lassen das vermuten.

Wahlwerbung für Marian Schreier wird auf Stuttgarter Wahrzeichen projiziert (Foto: Bella)
Nicht nur auf der Stuttgarter Stadtbibliothek (Foto) tauchte am Sonntagabend Wahlwerbung für Marian Schreier auf. Auch auf anderen Wahrzeichen wie dem Hauptbahnhof, dem Fernsehturm und auf dem Rathaus gab es Lichtprojektionen. Bella

Werbe-Videos und Fotos zeigen, wie in Leuchtschrift auf dem Fernsehturm, dem Stuttgarter Rathaus oder am Hauptbahnhof dazu aufgerufen wird, Marian Schreier zu wählen.

Unterstützer aus der Clubszene sollen hinter der Idee stecken

Schreier selbst erklärte dazu dem SWR, Unterstützer aus der Clubszene hätten am vergangenen Wochenende Wahlwerbung für ihn auf verschiedene Stuttgarter Bauwerke mit einer Laserkanone projiziert. Es handele sich um eine Guerilla-Marketing-Aktion unter dem Namen "Change Stuttgart". Videos davon wolle er für eigene Wahlwerbung einsetzen. Bislang sei kein Video der Aktion veröffentlicht worden, sagte der Sprecher Schreiers.

Der SWR als Eigentümer des Fernsehturms teilte mit, nicht über die Aktion informiert gewesen zu sein. Der SWR verhalte sich zudem politisch neutral und hätte eine zusätzliche Beleuchtung des Fernsehturms aus Tierschutzgründen untersagt.

Stadtsprecher: Rathaus ist keine Projektionsfläche für Werbung

Ein Sprecher der Stadt Stuttgart sagte, das Rathaus und auch die Stadtbibliothek seien ebenfalls nicht als Projektionsflächen für Wahlwerbung genehmigt worden. Vielmehr sei Schreier um eine Stellungnahme gebeten worden. Die Stadt prüft nach eigenen Angaben gegen den Kandidaten juristisch vorzugehen.

Ein Sprecher von Schreier verteidigte hingegen die Aktion. "Dass sich junge Leute - noch dazu aus der von Corona arg gebeutelten Kulturszene - politisch für kommunale Themen engagieren, finden wir erst einmal gut", teilte er am Mittwoch mit. "Wenn dann bei so einer kreativen und coronakonformen Aktion an der einen oder anderen Stelle vielleicht über das Ziel hinausgeschossen, beziehungsweise -geleuchtet wird, sollte man das nicht überbewerten."

Ebenfalls Irritationen um Wahlwerbung eines anderen Kandidaten

Auch der ebenfalls parteiunabhängige OB-Kandidat Michael Ballweg hatte mit Wahlwerbung für Aufsehen gesorgt. Auf Plakaten steht der Kandidat neben einem Tempo-50-Schild. Dieses hatte für Verwirrung gesorgt, weil offenbar Erkennungssysteme in Autos die auf dem Wahlplakat geforderte Geschwindigkeit als Verkehrsschild gedeutet haben. Die Stadtverwaltung bat daraufhin den Kandidaten, diese Plakate zumindest dort zu entfernen, wo eine Höchstgeschwindigkeit von 40 Kilometern pro Stunde gilt.

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