Einsatzkräfte fahren bei einer großen Einsatzübung mit Rettungsfahrzeugen in den Boßler-Tunnel. Der Tunnel befindet sich auf der neuen Schnellbahntrasse Wendlingen-Ulm, die im Dezember 2022 in Betrieb genommen wird. (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Übungen im Alb-Donau-Kreis und Kreis Göppingen

Neubaustrecke Wendlingen-Ulm: Rettungskräfte proben Zugunglück in Tunneln

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Ab Dezember sollen auf der Neubaustrecke die ersten Züge fahren. Am Wochenende findet deshalb eine große Einsatzübung von Rettungskräften statt - mit Auswirkungen auf die Anwohner.

Etwa 500 Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten haben am Samstag geprobt, wie man einen liegen gebliebenen Zug im Tunnel der neugebauten Neubaustrecke Wendlingen-Ulm evakuiert. Etwa 40 Statistinnen und Statisten spielten dafür Bahnreisende. Einige von ihnen waren als Verletzte geschminkt und mussten dementsprechend versorgt und geborgen werden. Andere sollten durch die Tunnelröhren laufen auf der Suche nach einem Ausgang.

"Auf die Einsatzkräfte kommen im Tunnel viele verschiedene Aufgaben gleichzeitig zu", erläuterte das Landratsamt im Vorfeld. Bei der Großübung sollte auch geschaut werden, ob die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Stellen und Organisationen funktioniert. Simuliert wurde bei der Übung am Samstag außerdem, wie Feuerwehren im (künstlich) vernebelten Bereich löschen.

Sonntag weitere Übung bei Merklingen

Das Training findet in den längsten Tunnelstrecken des neuen Bahnabschnitts und in Hanglage statt. Die Rettungskräfte sollen den verunglückten Zug über die unbefahrene Seite des zweiröhrigen Tunnels erreichen. Zwischenverbindungen im Abstand von 500 Metern ermöglichen den Zugang. Am Sonntag trainieren 250 Männer und Frauen die Rettung aus dem Widderstalltunnel bei Merklingen (Alb-Donau-Kreis).

Die Feuerwehr habe in den vergangenen Jahren immer wieder Übungen auf dem Baustellengelände der Bahntunnel durchgeführt, so der Göppinger Kreisbrandmeister Michael Reick. Bei der Großübung an diesem Wochenende gehe es besonders darum, wie verschiedene Einsatzkräfte kreisübergreifend zusammenarbeiten können.

Kurzfristige Verkehrsbehinderungen bei Aichelberg möglich

Die Zufahrt der Einsatzfahrzeuge zur Übung erfolgt über Aichelberg, Mühlhausen im Täle und Hohenstadt (Kreis Göppingen). Kreisbrandmeister Reick weist Anwohnerinnen und Anwohner darauf hin, dass es kurzfristige Verkehrsbehinderungen auf der Straße geben kann, besonders im Bereich Aichelberg-Weilheim. Sperrungen seien aber nicht vorgesehen.

Neubaustrecke geht im Dezember in Betrieb

Ab Dezember sollen die ersten Züge auf der knapp 60 Kilometer langen Neubaustrecke zwischen Ulm und Wendlingen verkehren. Sie ist Teil des Hochgeschwindigkeitsnetzes der Deutschen Bahn und des Bahnprojektes Stuttgart-Ulm. Mit der geplanten Inbetriebnahme von Stuttgart 21 im Jahr 2025 soll die Fahrzeit zwischen Stuttgart und Ulm rund eine halbe Stunde kürzer sein.

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SWR