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Eine Patientin der Geislinger Helfenstein Klinik (Kreis Göppingen) ist offenbar an einer Überdosierung gestorben. Wie die Klinik bestätigte, habe sie wohl über mehrere Tage ein falsches Medikament bekommen.

Es sei ein folgenschwerer Fehler, den man zutiefst bedauere, sagte der Medizinische Geschäftsführer der Alb Fils Kliniken dem SWR. Die Patientin - eine ältere Frau - soll wohl durch Unachtsamkeit ein Rheumamedikament in einer zu hohen Dosierung verabreicht bekommen haben. Laut Klinik war die Patientin eigentlich wegen eines Knochenbruchs in der Helfenstein Klinik in Geislingen untergebracht. Sie verstarb im vergangenen Jahr Anfang Dezember - öffentlich bekannt wurde der Fall erst jetzt.

Derzeit sei man an der internen Aufarbeitung des Falles, außerdem laufe ein staatsanwaltschaftliches Ermittlungsverfahren, hieß es von der Klinik weiter. Ergebnisse der Obduktion und eine gesicherte Todesursache seien bisher nicht bekannt.

Nicht der erste Fall im Kreis Göppingen

Es ist nicht der erste Fall einer falschen Medikamentendosierung im Kreis Göppingen: Zum Jahresanfang hatten sich drei Ärztinnen des Göppinger Klinikums Christophsbad wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht verantworten müssen. In der Göppinger Klinik war im Sommer 2016 eine 80-jährige Patientin gestorben - auch sie hatte ein zu hoch dosiertes Medikament erhalten.

Verfahren im Fall Christophsbad eingestellt

Das Verfahren gegen die drei Ärztinnen wurde Mitte Februar vom Göppinger Amtsgericht eingestellt. Die Ärztinnen müssen Geld an den hinterbliebenen Wittwer sowie für einen gemeinnützigen Zweck zahlen. Laut Gericht waren bei der Aufnahme der Patientin in Göppingen Fehler passiert, die dann zur falschen Dosierung des Medikamentes geführt hatten. Ein Gutachter stellte bei den Ärztinnen jedoch keine besondere Schwere der Schuld fest.

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