Ursache für Bakterien im Wasser immer noch unklar

Entwarnung in Sindelfingen: Wasser-Abkochgebot teils aufgehoben

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In Sindelfingen hat das Gesundheitsamt in einem der drei Gebiete, in denen das Trinkwasser verunreinigt war, das Abkochgebot aufgehoben. Doch die Suche nach Ursache geht weiter.

In Ladenburg geht die Suche nach der Ursache für die Belastung des Trinkwassers mit koliformen Keimen weiter. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Patrick Pleul)
Die Abkochgebote für Trinkwasser häufen sich derzeit in der Region Stuttgart. Nach Göppingen und Sindelfingen soll auch in Magstadt das Trinkwasser abgekocht werden. picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Patrick Pleul

Die Menschen, die ihr Leitungswasser aus dem Hochbehälter Goldberg beziehen, können wieder gefahrlos ihren Wasserhahn aufdrehen. Das Gesundheitsamt des Kreises Böblingen hat am Donnerstag das Abkochgebot in diesem Bereich aufgehoben. Dennoch wird das Trinkwasser weiterhin innerhalb der gesetzlichen Grenzwerte gechlort, teilten die Stadtwerke Sindelfingen mit.

Für die beiden anderen Gebieten gilt: Wasser zehn Minuten lang abkochen

Bestehen bleibt das Abkochgebot für die betroffenen Gebiete in Sindelfingen-Maichingen und Magstadt. Nach der Ursache der Trinkwasserverunreinigung wird weiterhin gesucht. Täglich werden Proben aus allen Sindelfinger Wassertürmen gezogen.

Am Mittwoch wurde das Abkochgebot noch ausgeweitet. Weil im Trinkwasser eine bakterielle Verunreinigung festgestellt wurde, hieß es in einer Gefahrenmeldung: Das Trinkwasser in Magstadt und Sindelfingen-Maichingen muss vorsorglich zehn Minuten lang abgekocht werden, sofern es zum Trinken, Kochen oder zur Zubereitung von Speisen oder Getränken verwendet werden soll. Als Brauchwasser, also zum Beispiel für die Toilettenspülungen oder Bewässerung, könne das Leitungswasser weiterhin verwendet werden.

Göppingen, Sindelfingen-Maichingen und Magstadt: Abkochgebote häufen sich

Im südlichen Teil von Sindelfingen gilt bereits seit vergangener Woche ein Abkochgebot für Leitungswasser. Am vergangenen Donnerstag hatte die Leitstelle des Landratsamtes Böblingen Alarm geschlagen. Zum Trinken, Kochen oder zur Zubereitung von kalten Speisen oder Getränken soll das Wasser abgekocht werden, raten die Stadtwerke Sindelfingen und das Landratsamt. Ob es einen Zusammenhang zwischen den beiden Fällen gibt, sei unklar, sagte Lars Haustein von den Stadtwerken Sindelfingen am Mittwoch auf SWR-Nachfrage.

Ein ähnlicher Fall hatte sich kürzlich auch im Kreis Göppingen ereignet. Dort waren neben Enterokokken aber auch Escherichia coli (E. coli) und Coliforme Bakterien im Leitungswasser gefunden worden.

Wasser wird gechlort

Zur Sicherheit werde das Leitungswasser mit Chlor versetzt – vorsorglich und innerhalb der gesetzlichen Grenzwerte, so dass keine Gefahr für den Menschen davon ausgehe. Dennoch wird davon abgeraten, mit dem Wasser Aquarien zu füllen.

Ursache der Verunreinigung unklar

Wie die Milchsäurebakterien ins Trinkwasser geraten sind, ist auch den Stadtwerken "schleierhaft". "An der Stelle haben wir kein selbstaufbereitetes Trinkwasser", sagte Hoffmann im Interview mit dem SWR, das im Zusammenhang mit der ersten Verunreinigung geführt wurde. Dort sei Bodenseewasser aus einem nahen Hochbehälter eingespeist. "Dass es übers Bodenseewasser reingekommen ist, würde ich fast ausschließen. Das wäre sicher auch an anderen Stellen aufgefallen." Auch vom Hochbehälter könne die Verschmutzung nicht kommen. "Es gab keinerlei Arbeiten in den letzten Wochen, keine Baustelle, keine Rohrleitungsarbeiten, gar nix", sagte Hoffmann.

Stuttgart

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