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Auch eine Mahnwache auf dem Stuttgarter Schlossplatz soll auf die Forderung nach mehr Personal, politische Mitsprache und faires Gehalt in der Pflege aufmerksam machen.

Um 6 Uhr früh hat die Mahnwache der Pflegenden am Mittwoch auf dem Stuttgarter Schlossplatz begonnen. Bis 18 Uhr wird unter dem Motto "Walk of care" wird für bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege demonstriert. Rund 50 Pflegende verteilen Flyer an Passanten und machen auf ihre Aktion aufmerksam. Auf Plakaten ist "PRofite pflegen keine Menschen" zu lesen. Dabei geht es den Pflegenden weniger um mehr Geld als um mehr Entlastung im Job und mehr Zeit für einzelne Patienten.

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"Die Pflege steht nicht erst seit der Pandemie mit dem Rücken an der Wand", sagte die Fachbereichsleiterin Gesundheit und Soziales der Gewerkschaft Verdi in Baden-Württemberg, Irene Gölz in Stuttgart. Zum internationalen Tag der Pflegenden wolle man einer "Politik der leeren Versprechungen" die Rote Karte zeigen.

Mehr Personal, mehr Geld

Unter anderem fordert die Gewerkschaft eine bessere Personalausstattung für Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser sowie eine bessere Bezahlung der Mitarbeiter. Die neue grün-schwarze Landesregierung, die am Mittwoch in Stuttgart vereidigt wird, habe in ihrem Koalitionsvertrag "die große Gelegenheit verpasst", bessere Arbeitsbedingungen für Pflege-Mitarbeiter anzukündigen, so Gölz. Stattdessen sei eine Pflegekammer geplant, für die von den Mitarbeitern Pflichtbeiträge fällig würden.

"Zeit zu Handeln, Frau Merkel"

Auch die kirchlichen Wohlfahrtsverbände Diakonie und Caritas forderten zum internationalen Tag der Pflegenden bessere Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter. Nur so könne man Fachkräfte gewinnen. Bernhard Schneider , Hauptgeschäftsführer der evangelischen Heimstiftung Baden-Württemberg in Stuttgart, sagte dem SWR: "Die Ankündigung, dass etwas besser wird, die hören wir seit Jahren und jetzt ist es Zeit zu Handeln und wer, wenn nicht Frau Bundeskanzlerin Merkel".

Zwei Pflegende neben Plakaten für bessere Arbeitsbedingungen (Foto: SWR, Aita Koha)
"Walk of care": Mahnwache der Pflegenden auf dem Stuttgarter Schlossplatz Aita Koha

Flächendeckend Verbesserungen gefordert

Schneider fordert daher von ihr "flächendeckend eine bessere Bezahlung und flächendeckend mehr Personal". Zudem müsse die Bundeskanzlerin dafür sorgen, dass die Mehrkosten nicht auf die Pflegebedürftigen abgewälzt würden. "Die Regierung hat eine Pflege-Reform versprochen - und sie hat dieses Versprechen gebrochen", so der Hauptgeschäftsführer der Heimstiftung in Stuttgart.

Auch in anderen Städten in Baden-Württemberg demonstrieren die Beschäftigten für bessere Bedingungen in der Pflege: im Krankenhaus in Rottweil ist eine Fotoaktion geplant, im Zentrum für Psychiatrie in Emmendingen wird eine Fahne gehisst und an der Freiburger Uniklinik kündigte Verdi eine Aufkleber-Aktion an.

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