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Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat im Rahmen des Stuttgarter Klinikskandals gegen sechs Personen Anklage erhoben. Es geht um Korruption beim ehemaligen Auslandsgeschäft des Klinikums.

Klinikum Stuttgart (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow (Archiv))
Im Zusammenhang mit dem Stuttgarter Klinikskandal hat die Staatsanwaltschaft sechs Personen angeklagt. Der Prozess soll vor dem Stuttgarter Landgericht verhandelt werden. picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow (Archiv)

Die fünf Männer und eine Frau sollen laut am Dienstag eingereichter Anklage bei der Vermittlung und Betreuung von arabischen Patienten beteiligt gewesen sein. So haben sie womöglich Rechnungen fingiert und unzulässige Provisionen kassiert. Auch Schmiergelder könnten geflossen sein. Es handelt sich um Vorfälle aus den Jahren 2012 bis 2015. All das wird nun am Stuttgarter Landgericht verhandelt. Ein Termin steht noch nicht fest.

Weitere Ermittlungen laufen - auch gegen Politiker

Im Rahmen des Stuttgarter Klinikskandals wird außerdem gegen 20 weitere Menschen ermittelt. Darunter befinden sich auch Politiker wie der frühere Leiter der Auslandsabteilung Andreas Braun, der wegen des Klinikskandals bereits mehrere Monate in Untersuchungshaft saß. Bevor er zum Klinikum wechselte, war er Landeschef der Grünen. Gegen ihn wurde bislang noch keine Anklage erhoben.

Ermittelt wird auch weiter gegen den früheren Krankenhausbürgermeister Werner Wölfle (Grüne). Dieser war aufgrund einer Krankheit vorzeitig aus dem Amt ausgeschieden, ohne zu den Vorwürfen Stellung bezogen zu haben.

Schaden wird auf zweistellige Millionenhöhe geschätzt

Durch die Machenschaften der früheren Auslandsabteilung des Stuttgarter Klinikums ist laut Staatsanwaltschaft ein Schaden in zweistelliger Millionenhöhe entstanden. 

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