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Der BW-Verkehrsminister will eine Zusatzstation für den S21-Bahnhof - und sieht seine Pläne von einem Gutachten bestätigt. Nun spricht sich auch der Verband Region Stuttgart dagegen aus.

Nach der Stadt hat auch der Verband Region Stuttgart die Pläne von Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) für eine zusätzliche Station für Stuttgart 21 kritisiert. Grundsätzlich fehle ein abgestimmtes Verkehrskonzept als wichtige Planungsgrundlage, heißt es in einer Mitteilung des Verkehrsausschusses vom Mittwochabend. Der Verband Region Stuttgart ist wie die Stadt Stuttgart und die Bahn Partner beim Bahnprojekt S21, müsste also nach Hermanns Vorstellungen auch einen Teil der Kosten schultern.

Gutachten: Fertigstellung der zusätzlichen Bahnstation in 12 bis 13 Jahren

Eine unterirdische Ergänzungsstation zum Bahnprojekt Stuttgart 21 ist technisch machbar. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie im Auftrag des baden-württembergischen Verkehrsministeriums, die am Dienstag vorgestellt wurde. Verkehrsminister Hermann (Grüne) hält die zusätzliche Station für den Regionalverkehr trotz starker Zweifel von Stadt und Region für notwendig. "Es bringt was und wir brauchen es", sagte er bei der Präsentation des Gutachtens, indem er eine Bestätigung seiner Pläne sieht. Die Studie widerlege die Behauptung von Kritikern, die Station würde die weitere Bebauung verhindern, so Hermann weiter.

Dem Gutachten zufolge würde die Streckenführung weitgehend unterirdisch verlaufen. Dadurch wären keine schwerwiegenden oder unüberwindbaren Beeinträchtigungen für den Städtebau zu erwarten. Die bevorzugte Strecke würde am Hauptbahnhof in unmittelbarer Nähe zur S-Bahn entlang des Bankenviertels führen, so die Gutachter. Bis zur Fertigstellung könne es insgesamt 12 bis 13 Jahre dauern - etwa sechs Jahre für Planung und Genehmigungsverfahren und weitere sechs bis sieben Jahre für den eigentlichen Bau.

Hermann: Station entlastet S21

Verkehrsminister Hermann hält die Station für notwendig, um die Leistungsfähigkeit des Schienenknotens Stuttgart weiterzuentwickeln. Nach seiner Einschätzung ist es ohne weiteren Zulauf, neue Gleise und einen unterirdischen Kopfbahnhof zusätzlich zu den Stuttgart-21-Planungen nicht möglich, doppelt so hohe Fahrgastzahlen auf der Schiene zu erreichen. "Die S-Bahn-Stammstrecke und der neue Tiefbahnhof werden in den 2030er Jahren an ihre Grenzen stoßen. Die Ergänzungsstation ist für den Ausbau des S-Bahn- und des Regionalbahnsystems eine wesentliche Voraussetzung. Sie dient auch bei Störfällen als Ausweichmöglichkeit", betonte Hermann. Er hatte vorab aber auch eingeräumt, "dass es nicht so einfach ist, wie ich es mir am Anfang vorgestellt habe".

Hermann rechnet mit Investitionen von rund 785 Millionen Euro. Davon entfielen in etwa 233 Millionen auf die Station selbst, sowie rund 552 Millionen Euro auf die Anschlüsse in Richtung Bad Cannstatt, Feuerbach, Mittnachtstraße und Panoramabahn. Das Projekt ist auch Teil der grün-schwarzen Koalitionsvereinbarungen.

Stadt Stuttgart will ursprünglichen S21-Plan beibehalten

Neben dem Verband Region Stuttgart hält auch die Stadt Stuttgart den ursprünglich geplanten Tiefbahnhof auch mit Blick auf steigende Fahrgastzahlen für ausreichend. Sie plant zudem den Verkauf der frei werdenden Gleisflächen fest ein.

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