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Weil die Inzidenz seit Tagen über dem kritischen Wert von 100 liegt, verschärft die Stadt Stuttgart die Corona-Regeln. Vor allem der Einzelhandel und körpernahe Dienstleistungen sind betroffen.

Die Landeshauptstadt Stuttgart zieht nach mehreren Tagen überschrittener Infektionswerte die Notbremse. Ab kommenden Mittwoch treten nach Angaben der Stadt weitere Einschnitte für die mehr als 600.000 Bewohner in Kraft, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen.

Bereits am vergangenen Freitag lag die Sieben-Tage-Inzidenz in Stuttgart drei Tage in Folge über dem Schwellenwert von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Die Stadt hatte mit der Umsetzung der weiteren Einschränkungen aber noch die neue Corona-Verordnung des Landes abgewartet, um eine Übereinstimmung der Maßnahmen sicherzustellen. Am Sonntag lag die Inzidenz in Stuttgart nach Angaben des Landesgesundheitsamts bei 102,1.

Einzelhandel wird geschlossen - noch keine Ausgangssperre

Wie die Stadt mitteilte, wird der Einzelhandel ab Mittwoch größtenteils wieder geschlossen. Dort ist dann nur noch das Abholen vorbestellter Ware, das sogenannte Click & Collect, möglich. Der Lebensmitteleinzelhandel bleibt weiterhin geöffnet. Eine Ausgangssperre am Abend ist in Stuttgart derzeit nicht vorgesehen. Laut Stadt könnte sie aber eingeführt werden, sollten sich die Zahlen weiter verschlechtern.

Die meisten körpernahen Dienstleistungen wie in Kosmetik-, Tattoo- und Nagel-Studios sind ab Mittwoch untersagt. Friseure dürfen nur weiterarbeiten, wenn sie in der Handwerksrolle eingetragen sind.

Wilhelma muss wieder schließen

Außerdem müssen beispielsweise Museen und die Wilhelma wieder schließen. Der zoologisch-botanische Garten war erst am 10. März wieder geöffnet worden. Alle Wilhelma-Tickets für die letzten Tage sind bereits ausgebucht. Auch Museen wie die Staatsgalerie oder das Kunstmuseum waren zuletzt stark nachgefragt und tagelang im Voraus gebucht.

Kritik an Oberbürgermeister Nopper

Für die Grünen im Stuttgarter Gemeinderat wurde die Corona-Notbremse zu spät gezogen. Es zähle jeder Tag im Kampf gegen die dritte Welle, so der Fraktionschef Andreas Winter. Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) argumentiert hingegen, dass es schon genug Verwirrung gebe und man erst einmal die neue Corona-Verordnung des Landes abwarten wollte. Er kündigte mehr Testkapazitäten an und sagte gegenüber dem SWR, dass man nicht nur über Lockdown sprechen solle: "Wir müssen darüber nachdenken, wie wir auch bei höheren Inzidenzwerten, die Coronabestimmungen noch lockern können - eben in Verbindung mit dem Testen."

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