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Die neue Stadtbahn-Haltestelle Staatsgalerie in Stuttgart ist am Freitag offiziell vorgestellt worden, seit Samstag fahren dort wieder Bahnen. Bis die Verbindung zum Hauptbahnhof steht, dauert es aber noch.

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Seit Samstag kann die neue Haltestelle Staatsgalerie am Rande der Stuttgarter Innenstadt angefahren werden. Um 4:11 Uhr am Morgen hielt dort die erste Straßenbahn. So früh wollte Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) zwar noch nicht fahren, aber auch er wollte gleich am ersten Wochenende die neue Haltestelle ausprobieren. Kuhn sagte bei der Einweihung am Freitag außerdem, dass er die neue Haltestelle toll finde, weil der öffentliche Nahverkehr damit nicht mehr unterirdisch, sondern präsent und in prominenter Lage stattfinde.

100 Millionen Euro aus dem S21-Topf

Im Gegensatz zur alten unterirdischen Haltestelle Staatsgalerie, die etwa 30 Meter entfernt und drei Meter tiefer liegt, bekommt die neue Haltestelle viel Tageslicht. Die Verbindung von dort zum Hauptbahnhof werde aber erst voraussichtlich Ende 2023 erfolgen, so der Vorstandssprecher der Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) Thomas Moser am Freitag. Die Kosten für die neue Haltestelle liegen laut SSB bei bei rund 100 Millionen Euro und stammen aus dem Stuttgart-21-Finanzierungstopf.

Die Haltestelle Staatsgalerie musste wegen des Bahnprojekts Stuttgart 21 verlegt und neu errichtet werden. Weil Bahngleise den Stadtbahn-Tunnel in der Tal-Längslinie schneiden, wurde die Haltestelle höher gelegt. So tauchen die Fernbahngleise nun unter dem neuen SSB-Tunnel ab. Die Bauarbeiten dauerten rund fünf Jahre.

Zugänge noch längere Zeit provisorisch

Stuttgarts OB Fritz Kuhn bei der Präsentation der neuen Haltestelle Staatsgalerie. (Foto: SWR, Tilo Spanhel)
Stuttgarts OB Fritz Kuhn bei der Präsentation der neuen Haltestelle Staatsgalerie. Diese musste wegen Stuttgart 21 neu gebaut werden. Tilo Spanhel Bild in Detailansicht öffnen
Die neue Stadtbahn-Haltestelle Staatsgalerie in Stuttgart. Ab dem 12. September sollen hier Bahnen fahren können. Tilo Spanhel Bild in Detailansicht öffnen
Bald können hier Fahrgäste ein- und aussteigen. Tilo Spanhel Bild in Detailansicht öffnen
Zugänge zum Bahnsteig. Tilo Spanhel Bild in Detailansicht öffnen
Blick von oben auf die neue Stadtbahn-Haltestelle Staatsgalerie. Die alte Haltestelle war unterirdisch, die neue ist unter freiem Himmel. Stuttgarter Stadtbahnen AG, Pressestelle Bild in Detailansicht öffnen

Die neue, verlegte Haltestelle liegt vorerst noch mitten im Baufeld von Stuttgart 21. Die Zugänge sind daher provisorisch. Fahrgäste können die Stadtbahn hier laut SSB über den Wullesteg, zwei ebenerdige Fußgängerwege am Gebhard-Müller-Platz über die Schillerstraße sowie die Willy-Brand-Straße erreichen, außerdem gibt es eine barrierefreie Rampe aus dem mittleren Schlossgarten. Die Aufzüge werden jedoch erst in ein bis zwei Wochen in Betrieb gehen.

"Ich habe mit den Bürgermeistern von Sydney und Singapur öfter gesprochen als mit den Bürgermeistern der Stadt Stuttgart."

Christoph Ingenhoven, Architekt von Stuttgart 21, beklagt mangelnde Kommunikationsbereitschaft der Stuttgarter Stadtspitze

Bei der Präsentation der Haltestelle Staatsgalerie am Freitag war unter anderem auch der Stuttgart-21-Architekt Christoph Ingenhoven dabei. "In der Haltestelle sind bereits viele Grundgedanken des neuen Hauptbahnhofs im Hinblick auf seine räumlichen und materiellen Qualitäten enthalten."

Im Vorfeld der Eröffnung hatte Ingenhoven die Stuttgarter Stadtverwaltung kritisiert. "Die Stadt hat bislang immer noch nicht die Anbindung des künftig neuen Bahnhofs an die Stuttgarter Innenstadt geplant", sagte der Architekt der Deutschen Presse-Agentur. Da müsse sie nun liefern. "Der heutige Bahnhof wird durch eine Verkehrsschneise, die sich Platz nennt, von der Innenstadt abgeschnitten." Der Architekt klagt über mangelnde Kommunikationsbereitschaft bei der Stadtspitze, ohne konkrete Namen zu nennen.

Alte Haltestelle wird abgebrochen

Die alte Haltestelle Staatsgalerie war im Jahr 1972 in Betrieb gegangen. Nun, fast 40 Jahre später, hat sie ausgedient. Sie muss für die weiteren Bauarbeiten für Stuttgart 21 weichen.

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